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Indien-Geschäft bleibt hinter enormen Potenzialen zurück

"Regulierungslabyrinth" schreckt insbesondere Mittelständler ab
Deutsche und indische Fahne vor blauem Himmel

Noch Luft nach oben sieht der DIHK für deutsch-indische Geschäfte

© Aleksandra Aleshchenko / iStock / Getty Images Plus

Anlässlich der deutsch-indischen Regierungskonsultationen, zu denen Bundeskanzlerin Angela Merkel am gestrigen Donnerstag nach Neu-Delhi gereist ist, spricht sich der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für die Wiederaufnahme der Verhandlungen zu einem EU-Indien-Freihandelsabkommen aus.

Das Freihandelsabkommen liege seit 2013 auf Eis, berichtet DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Zudem habe Indien 2016 alle bilateralen Investitionsschutzabkommen aufgelöst, auch das mit Deutschland. Dies habe für mehr Unsicherheit im Indiengeschäft und bei Investitionen im Land gesorgt.

"Aus Sicht der deutschen Wirtschaft wären neue Impulse für beide Abkommen ein wichtiges Signal zur Intensivierung der Beziehungen", so der DIHK-Präsident. Angela Merkel könne mit ihrem Besuch diese Anstrengungen flankierend unterstützen.

Mit einem bilateralen Handelsvolumen von im vergangenen Jahr 21,4 Milliarden Euro ist der Subkontinent mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern nur der viertgrößte Handelspartner Deutschlands in Asien. Vor Ort mit eigenen Niederlassungen aktiv sind nach Angaben des DIHK derzeit 1.600 deutsche Unternehmen. Indien bleibe für die deutschen Betriebe "hinter den eigentlich enormen Möglichkeiten zurück", bedauert Schweitzer. Der indische Markt sei sehr komplex. "Insbesondere kleine und mittlere deutsche Unternehmen stehen dort oft vor einem Regulierungslabyrinth und scheuen ein stärkeres Engagement und Investitionen."

Hinzu kommt, dass deutsche und andere ausländische Unternehmen nach Einschätzung des DIHK-Präsidenten bei öffentlichen Ausschreibungen oftmals benachteiligt werden. Auch die Infrastruktur – besonderes für den Transport – sei bezogen auf die Größe des Subkontinents nicht ausreichend entwickelt.

Potenziale sieht Schweitzer insbesondere in der jungen und dynamischen Bevölkerung Indiens mit einer hohen Affinität für technologische Trends. Vor allem im Bereich der Bildung sei "eine Kooperation mit Deutschland sinnvoll, insbesondere in der Berufsausbildung."

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Sabrina Netzer Referatsleiterin Süd- und Südostasien, Pazifik | APA: Australien und Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft (APK)

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Thomas Renner Pressesprecher | Leiter des Presseteams