Pfadnavigation

Industriezahlen geben wenig Anlass zur Zuversicht

Sowohl Produktion als auch Auftragseingang im Oktober rückläufig
Auftragseingang Industrie

Der Auftragseingang ist ein wichtiger Frühindikator zur Beurteilung der Konjunktur

© yoh4nn / E+ / Getty Images

Das überraschende Minus bei der Industrieproduktion und der Rückgang der Auftragseingänge stimmen den Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) wenig optimistisch für die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung im Produzierenden Gewerbe.

So lag der Output von Industrie, Bauwirtschaft und Energieversorgern nach jüngsten Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums im Oktober 2019 um 1,7 Prozent unter dem des Vormonats September. Den größten Rückgang verbuchte der Investitionsgüterbereich mit einem Minus von 4,4 Prozent, während das Energiegewerbe um 2,3 Prozent zulegte.

Nach Einschätzung von DIHK-Konjunkturexpertin Katharina Huhn gibt der erneute Rückgang der Produktion "wenig Hoffnung darauf, dass der Abschwung der Industrie im vierten Quartal ein Ende nimmt". Als zentrale Herausforderungen der Industrieunternehmen nannte sie den Fachkräftemangel und den Technologiewandel.

Angesichts der Diskussion um alternative Antriebe, neue Mobilitätsformen und autonomes Fahren stünden Maschinen- und Fahrzeugbauer unter Druck, hierauf Antworten zu finden, so Huhn.

Dass "noch keine konjunkturelle Bodenbildung zu sehen" sei, macht sie auch an den zuletzt sinkenden Neubestellungen fest: Wie das Statistische Bundesamt jetzt meldete, lag der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe Oktober saison- und kalenderbereinigt um 0,4 Prozent unter dem Niveau von September. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab er sogar um 5,5 Prozent nach.

Die Hoffnung der deutschen Unternehmen auf eine Stabilisierung der Aufträge hätten sich nicht erfüllt, kommentiert die DIHK-Konjunkturexpertin die Zahlen. "Die wirtschaftlichen Risiken bleiben groß – insbesondere für das internationale Geschäft. Die deutschen Unternehmen sind deshalb deutlich zurückhaltender bei Investitionen und der Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen."

Kontakt

Frau im Haus der deutschen Wirtschaft
Katharina Huhn Referatsleiterin Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen

Kontakt

Junger Mann vor Gemälde im Haus der deutschen Wirtschaft
Dr. Christian Jekat Pressesprecher