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Nach ernüchternder Diagnose dringend Therapie starten!

Wansleben zum Gutachten des Sachverständigenrates
Mann steht vor holografisch eingeblendeten statistischen Charts

Die Konjunkturdaten boten schon einmal ein erfreulicheres Bild

© NicoElNino / iStock / Getty Images Plus

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung stellt auch für 2020 keine Konjunkturerholung in Aussicht. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), nimmt das neue Gutachten zum Anlass, einmal mehr den enormen wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf aufzuzeigen.

"Die aktuellen Herausforderungen für Deutschland und seine stark exportorientierte Wirtschaft sind immens", betont der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Als wichtigste Faktoren nennt er die anhaltenden Handelskonflikte, den Brexit, die lange Niedrigzinsphase, eine für Deutschland überaus lockere Geldpolitik, Versäumnisse bei Instandhaltung und Weiterentwicklung der Infrastruktur, der zu langsame Ausbau der digitalen Infrastruktur, eine belastende Energiepolitik und das jüngst auch zu geringe Vertrauen in spürbare Preissignale beim Klimaschutz.

"Das alles sorgt bei den hiesigen Unternehmen für Unsicherheiten, die eine ohnehin vorhandene globale Abkühlung der Konjunktur verstärken", so Wansleben. "Nach dieser ernüchternden Diagnose sollte nun dringend auch mit der Therapie begonnen werden."

Zu Recht verweise der Sachverständigenrat darauf, dass eine Wirtschaftspolitik, die aktiv diesen Herausforderungen begegne, auch Chancen biete. "Das erfordert eine Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Industriepolitik, die aus Sicht der deutschen Unternehmen vor allem schneller und entschiedener stattfinden muss", mahnt der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Das beginne bei einer "Reform des Steuersystems, die insbesondere auf die Stärkung des Eigenkapitals der Unternehmen ausgerichtet sein sollte".

Staatlich protegierte nationale und europäische Champions sind nach Wanslebens Einschätzung "ebenso wenig erforderlich wie industriepolitisch motivierte Investitionsprüfungen ausländischer Direktinvestitionen". Dagegen sei es für die Unternehmen wichtig, den Zugang zu Technologie und Daten offen zu halten: "Das sind notwendige Voraussetzungen, um den Strukturwandel zu meistern und gerade in Zeiten einer sich deutlich abschwächenden Konjunktur wettbewerbsfähig zu bleiben."

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Frau im Haus der deutschen Wirtschaft
Katharina Huhn Referatsleiterin Konjunktur, Wachstum, Unternehmensbefragungen

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Thomas Renner Pressesprecher | Leiter des Presseteams