Pfadnavigation

Pisa-Ergebnisse geben "Grund zur Sorge" für die Unternehmen

Achim Dercks: Defizite auch bei Disziplin & Co.
Junge Frau markiert mit Textmarker Notizen.

Durchschnittlich sind der neuen Pisa-Studie zufolge die Leistungen deutscher Schüler – Tendenz sinkend

© AndreaObzerova / iStock / Getty Images Plus

Eine bessere bildungspolitische Zusammenarbeit von Bund und Ländern mahnt Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), mit Blick auf die Ergebnisse der aktuellen Pisa-Studie an.

"Die Schüler in Deutschland schneiden in Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen zwar besser ab als der Durchschnitt der OECD-Staaten", so Dercks. "Deutschland hat sich im Vergleich zur vorherigen Studie aber verschlechtert. Das ist für die Unternehmen Grund zur Sorge."

Kenntnisse und Fähigkeiten in diesen Bereichen würden gebraucht, um in einer Ausbildung oder einem Studium erfolgreich zu sein und einen guten Start ins Berufsleben zu finden, betont der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Deutschland darf sich mit durchschnittlichen Ergebnissen nicht zufriedengeben."

Um an die Spitze zu kommen, sei eine bessere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ländern sowie dem Bund notwendig. Denn: "Für unsere Betriebe sind bundesweite und verbindliche Bildungsziele und Standards wichtig." Nur so könnten die Unternehmen Leistungsanforderungen und Abschlüsse gut miteinander vergleichen. "Die bundeseinheitlichen Prüfungen der Industrie- und Handelskammern im Bereich der Beruflichen Bildung zeigen, dass dies möglich ist", erinnert Dercks.

Gleichzeitig seien für die Unternehmen aber auch Eigenschaften wichtig, die die Pisa-Ergebnisse nicht abbildeten: Leistungsbereitschaft, Disziplin und Belastbarkeit. Hier gebe es erhebliche Defizite, stellt Dercks unter Verweis auf die aktuelle DIHK-Ausbildungsumfrage fest. "So geben mehr als 60 Prozent der Ausbildungsbetriebe an, dass viele Jugendliche immer weniger Motivation mitbringen."

Zudem seien für 77 Prozent der Betriebe IT-Kenntnisse ein wichtiges Einstellungsstellungskriterium. Und das beschränke sich nicht auf den Umgang mit digitalen Medien: Knapp 50 Prozent der Betriebe schätzten die Datenschutzkenntnisse ihrer Azubis als zu niedrig ein.

Kontakt

Mann im Haus der deutschen Wirtschaft
Markus Kiss Referatsleiter Ausbildungspolitik und -projekte

Kontakt

Junger Mann vor Gemälde im Haus der deutschen Wirtschaft
Dr. Christian Jekat Pressesprecher