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Schule und Betrieb nicht erst in der Ausbildung verzahnen!

Dercks: Wer weiß, was er will und kann, trifft bessere Berufsentscheidung
Junge Frau mit Helm auf dem Kopf und Schlagbohrer in der Hand

Mädchen werden medizinische Fachangestellte, Jungen KFZ-Mechatroniker? Das muss nicht sein

© sturti / E+ / Getty Images

Schüler sollten so früh wie möglich praktische Erfahrungen sammeln. Wie wichtig die schon oft vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) angemahnte Verbesserung der Berufsorientierung ist, zeigt auch eine aktuelle Untersuchung der OECD.

In der am 22. Januar vorgestellten Untersuchung hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die Daten vergangener Pisa-Schulleistungsstudien mit Blick auf Berufswünsche der Jugendlichen ausgewertet.

Die OECD-Studie bestätigt eine Diskrepanz, die bereits in der jüngsten DIHK-Ausbildungsumfrage deutlich wird: "Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland macht die Erfahrung, dass Schülerinnen und Schüler falsche Vorstellungen vom Berufsalltag und von einer betrieblichen Ausbildung haben", berichtet der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks.

Mehr noch: "Viele Jugendliche sind zudem auf ihren Traumberuf festgelegt und schlagen Ausbildungsangebote in weniger bekannten oder begehrten Berufen aus", so Dercks. Der Grund dafür sei zu geringes Wissen über Verdienstmöglichkeiten und über die beruflichen Chancen sowie die Entwicklungsperspektiven.

"Um dem Fachkräftemangel In vielen Berufen entgegenzuwirken, brauchen wir gerade an den Gymnasien eine verbesserte Berufsorientierung", betont der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer deshalb. "Dabei darf die Verzahnung von Schule und Betrieb nicht erst in der Ausbildung beginnen."

Jugendliche sollten so früh wie möglich praktische Erfahrungen sammeln, empfiehlt Dercks. Denn: "Wer weiß, was er will und kann, der trifft auch leichter die Entscheidung für den richtigen Beruf."

Berufsorientierung: IHKs engagieren sich

Raus aus dem Klassenzimmer, rein in den Betrieb und die Praxis erleben – so lautet das Motto von rund 250 Projekten der IHK-Organisation, um Schülerinnen und Schülern frühzeitig praktische Erfahrungen zu vermitteln.

Die Vielfalt der Projekte ist enorm. Gemeinsam mit den IHKs eröffnen Unternehmerinnen und Unternehmer jungen Menschen Einblick in die betriebliche Praxis und zeigen ihnen so die Vorteile Beruflicher Bildung auf.

Hier einige Beispiele:

Im Rahmen dieser Initiative bieten Auszubildende selbst ihren Altersgenossen Einblicke in ihren Berufsweg – ein Angebot, das viele IHKs organisieren und begleiten. Dabei gehen die jugendlichen "Ausbildungsbotschafter" in die Schulen und berichten dort auf Augenhöhe über ihre Ausbildung, Erfahrungen und Karrieremöglichkeiten.

Das Konzept ist für alle Beteiligten ein Gewinn: 

  • Viele Schüler trauen sich dank des geringen Altersunterschiedes eher, Fragen zu stellen, und sie erhalten Informationen über den Alltag einer Ausbildung aus erster Hand.
  • Die Ausbildungsbotschafter profitieren, weil sie vor ihrem Einsatz eine professionelle IHK-Schulung in Kommunikation und Präsentations-/Moderationstechniken durchlaufen und ihre persönlichen, sozialen und fachlichen Kompetenzen gestärkt werden.
  • Und die Unternehmen können auf diesem Weg den eigenen Betrieb, die angebotenen Ausbildungsberufe sowie die beruflichen Perspektiven vorstellen. 

Mehr Infos gibt es beispielsweise auf der Website der IHK Region Stuttgart.

Der Einstieg ins Berufsleben ist für die Schüler mit vielen Fragen verbunden. Anworten aus allererster Hand liefern Unternehmer aus der IHK-Region Erfurt direkt in den Schulen.

Zielgruppe der Aktion "Bosse als Lehrer" sind Schüler der Vorabgangs- und Abgangsklassen aller Schulformen. Ihnen wird die Vielfalt möglicher und zukunftsträchtiger Ausbildungsberufe "direkt vom Chef" vorgestellt.

Zudem informieren die "Bosse" über die Anforderungen, die in ihren Unternehmen an Azubis gestellt werden, über Wirtschaftstrends und über den Fachkräftebedarf in ihren Regionen.

Dieses fortlaufende Projekt wird auch in anderen IHK-Regionen durchgeführt.

Details erfahren Sie auf der Website der IHK Erfurt.

Gemeinsam mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg (Dehoga) bieten die IHKs Potsdam und Cottbus das "exklusive Berufswahl-Dinner" an.

Dabei laden Hotels und Restaurantbetreiber Jugendliche mit Interesse an Berufen der Branche zusammen mit ihren Eltern zu einem kulinarischen Informationsabend ein.

Die Teilnehmer können sich während eines exklusiven, kostenfreien Vier-Gänge-Menüs mit Unternehmern und Unternehmerinnen, Personalverantwortlichen und Azubis sowie Ausbildungsexperten austauschen.

So möchten die Initiatoren Eltern ermuntern, sich für die Berufswahl ihrer Kinder zu interessieren, und über die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten im Hotel- und Gastgewerbe im Land Brandenburg informieren.

Die Auszubildenden der teilnehmenden Hotel- und Gastronomiebetriebe kochen, sie sind im Service und als Ausbildungsbotschafter in das Format eingebunden.

Mehr Infos dazu gibt es auf der Website der IHK Potsdam.

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Porträtfoto Jana Heiberger, Referatsleiterin Fachkräftesicherung | Ausbildung
Jana Heiberger Referatsleiterin Berufsorientierung, Berufsschule, MINT-Förderung

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Thomas Renner Pressesprecher | Leiter des Presseteams