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Schweitzer: Brauchen jetzt Vertrauen, Vereinfachung und Tempo

In der Corona-Krise liegen Nerven vieler Unternehmer blank
leere Innenstadt in München

Vielerorts ist das öffentliche Leben weitgehend zum Stillstand gekommen – wie hier in München

© f11photo / iStock / Getty Images Plus

Die Bundesregierung arbeitet zur Stunde am Schutzschild-Paket für die von der Coronakrise hart getroffenen deutschen Unternehmen. Teile des Milliardenpakets drohen aber nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in der Praxis an bürokratischen Detailregelungen zu scheitern.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer lobt den Willen der Politik, der deutschen Wirtschaft mit einem mutigen Milliardenprogramm zu Hilfe zu kommen. Er gibt jedoch zu bedenken: "Ich mache mir einige Sorgen, ob alle Beteiligten aktuell die drei wichtigsten Botschaften transportieren, die in der Wirtschaft ankommen müssen – nämlich Vertrauen, Vereinfachung und Tempo".

Die Sorgen der Wirtschaft, dass die zugesagten Hilfen am Ende zu spät kommen, nehmen stündlich zu: "Die Nerven vieler Unternehmer liegen blank, denn sie haben bereits einige Wochen Durststrecke hinter sich."

Hilfen jetzt schnell und einfach umsetzen

Aufwendige Antragsverfahren mit zahlreichen Kriterien und Prüfungen seien schon in normalen Zeiten ein hohes Hindernis für schnelles Handeln von Behörden. In der jetzigen Ausnahmelage könnten sie aber ganz konkret das Überleben von Betrieben blockieren: "In der aktuellen Situation werden an sich gut wirkende Soforthilfen wie Steuerstundungen, Zuschüsse und staatliche Kreditgarantien ausgebremst, wenn sie jetzt nicht schnell und einfach funktionieren."

Es sei für viele Unternehmer unverständlich, wenn sie aufwendig nachweisen sollten, dass sie wirklich von der Krise betroffen seien. "Das lässt sich doch alles im Nachhinein untersuchen."

Zahl der betroffenen Unternehmen wächst stetig weiter an

Zugleich habe sich die Zahl der notleidenden Betriebe und Branchen aufgrund immer neuer Verschärfungen der Anti-Corona-Maßnahmen beinahe im Tagesrhythmus erhöht, berichtet er. "Deshalb ist es gut, dass auch die Bundesregierung erkennbare Schwachstellen in ihrem Paket schnell ausbessert."

Wenn die Hilfen nicht in der nächsten Woche bei den vielen Solo-Selbstständigen, bei den Kleinstunternehmen und bei den Mittelständlern ankommen, befürchtet Schweitzer, " kommen sie für viele aus diesem Kreis zu spät."

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