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Schweitzer: Krediterleichterungen sind "richtiger und konsequenter Schritt"

Unternehmen leisten einen wichtigen Solidarbeitrag zur Corona-Bekämpfung
KfW-Zentrale Frankfurt

Die Förderbank KfW – hier die Zentrale in Frankfurt – übernimmt in dem neuen Kreditprogramm die Haftung

© KfW-Bildarchiv / Rüdiger Nehmzow

Das Bundeskabinett hat ein neues Kreditprogramm beschlossen, das vor allem mittelständischen Unternehmen mit einer 100-prozentigen Staatshaftung vorübergehend den Zugang zu Geldern erleichtern soll. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte das gefordert, da vielen von der Corona-Krise getroffenen Betrieben der Zugang zu Krediten versperrt war.

"Die Erleichterungen beim Kreditprogramm sind ein richtiger und konsequenter Schritt", kommentiert DIHK-Präsident Eric Schweitzer die neuen Corona-Hilfen für den Mittelstand. "Ich hoffe, dass das Geld nun schnell in den Betrieben ankommt." 

Dort werde es dringend benötigt, betont er. "Das gilt insbesondere für Zehntausende bislang kerngesunde mittelständische Unternehmen, für die es bislang keine passenden Liquiditätshilfen gab. Auf diese Mittelstandslücke und den Bedarf an zu 100 Prozent staatlich abgesicherten Krediten hatte der DIHK daher intensiv hingewiesen." 

Auch gute Rücklagen schnell aufgebraucht 

Die oft auf behördliche Anordnung hin geschlossenen Unternehmen leisteten einen wichtigen Solidarbeitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, so der DIHK-Präsident. "Sie brauchen jetzt staatliche Unterstützung, weil sie aktuell zum Schutz unserer aller Gesundheit nicht wirtschaften können: Ihr Umsatz ist quasi über Nacht ohne eigenes Verschulden eingebrochen und liegt in vielen Branchen bei null." 

Selbst gute Rücklagen seien da schnell aufgebraucht, rechnet Schweitzer vor. "Wir hatten wiederholt aus der Praxis berichtet, dass solche Unternehmen bei ihrem Kreditinstitut kaum Chancen auf eine Überbrückungsfinanzierung bekamen. Das wollen wir niemandem ankreiden, der Risiken professionell bewerten soll. Gerade deshalb sind aber die neuen Kreditgarantien der Bundesregierung mit einer vollständigen staatlichen Absicherung der richtige Weg."

Sofortkredite unter Beobachtung

Bei den Solo-Selbstständigen und Kleinbetrieben gebe es als gutes Instrument bereits die Soforthilfen. Schweitzer: "Wir werden in den nächsten Wochen beobachten, inwieweit auch für diese Gruppe weitere Verbesserungen erforderlich und möglich sind."

Das Kreditprogramm im Überblick:

Der KfW-Schnellkredit, den die Bundesregierung am 6. April beschlossen hat, steht mittelständischen Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten zur Verfügung, die mindestens seit 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind. Hier die wichtigsten Eckpunkte: 

  • Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu 25 Prozent des 2019er-Jahresumsatzes,
    für Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern maximal 800.000 Euro,
    für Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern maximal 500.000 Euro.
  • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.
  • Der Zinssatz beträgt aktuell 3 Prozent, die Laufzeit zehn Jahre.
  • Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100 Prozent durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes.
  • Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden.
  • Der KfW-Schnellkredit kann laut Bundesregierung nach Genehmigung durch die EU-Kommission starten.

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Dr. Christian Fahrholz Referatsleiter Unternehmensfinanzierung und Finanzmärkte

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DIHK-Dossier "Corona-Krise"

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