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Sehr strenge Anforderungen bei den Überbrückungshilfen

Dercks: Im Fall einer Verlängerung sollte nachgesteuert werden
Mann im Anzug sitzt an einem Tisch und überreicht einen Scheck

Zögerliche Ausschüttung: Die Überbrückungshilfen werden nicht eben inflationär ausgereicht

© AndreyPopov / iStock / Getty Images Plus

Der Abruf der Überbrückungshilfen, mit denen der Bund besonders stark Corona-betroffene mittelständische Unternehmen seit Juni unterstützt, läuft eher schleppend. Jetzt ist im Gespräch, das Programm zu verlängern. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hält das für sinnvoll, sieht aber auch Spielraum für Verbesserungen.

Von den 25 Milliarden Euro an maximalem Fördervolumen waren bis zum 20. August lediglich rund 700 Millionen beantragt worden – eine deutlich geringere Abrufquote als etwa bei der Soforthilfe.

Strenge Anforderungen ...

Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sieht einen Grund dafür im Antragsverfahren: "Bei den Überbrückungshilfen verlangt die Politik genauere Nachweise und eine stringente Überprüfung der prognostizierten Umsatzrückgänge", erläutert er, und er betont: "Das ist nachvollziehbar, denn der maximale Zuschuss von 150.000 Euro liegt beim Zehnfachen der Soforthilfe."

Auch habe es seit Einführung der Soforthilfe Anfang April "zum Glück etliche Lockerungen gegeben", weshalb nicht mehr so viele Unternehmen von harten Umsatzeinbrüchen betroffen seien, so Dercks.

... bei einer Verlängerung überdenken

Zugleich seien jedoch "die Anforderungen an die Umsatzrückgänge in dem Programm sehr streng definiert", stellt er fest. Mit Blick auf Pläne aus dem Bundeswirtschaftsministerium, das ursprünglich bis Ende August befristete Programm zu verlängern, mahnt Dercks: "Hier sollte bei einer sinnvollen Verlängerung der Überbrückungshilfe bis Ende des Jahres daher nochmals nachgesteuert werden. Denn auch bei Umsatzrückgängen von zum Beispiel 25 Prozent machen viele Unternehmen noch spürbare Verluste."

Vielerorts stehen die Geschäfte immer noch still

Der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer verweist auf DIHK-Umfragen, in denen 20 Prozent der Betriebe nach wie vor von einem kompletten oder weitreichenden Stillstand ihres Geschäfts melden. "Das betrifft etwa Schausteller, Diskotheken oder Veranstalter."

Und er betont: "Dass die Politik 25 Milliarden Euro für die Überbrückungshilfen vorgesehen hat, bleibt richtig – gerade angesichts steigender Infektionszahlen und einzelner Reisewarnungen, die wir aktuell sehen, dauern die großen Unsicherheiten an."

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