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Steuern: Drei-Punkte-Programm gegen die Corona-Krise

DIHK bezieht Stellung zum "Corona-Steuerhilfegesetz"
Steuern

Über steuerliche Regelungen könnten Unternehmen jetzt deutlich entlastet werden

© KangeStudio / iStock / Getty Images Plus

Für vor Ort verzehrte Speisen in der Gastronomie soll der Mehrwertsteuersatz befristet von 19 auf 7 Prozent gesenkt werden. Das ist Teil des "Corona-Steuerhilfegesetzes", das aktuell in Bundestag und Bundesrat beraten wird. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) unterbreitet dazu Vorschläge, die die Lage vieler Betriebe verbessern könnten.

Denn einige der derzeit geltenden steuerlichen Regelungen können die akute Krise von Unternehmen weiter verschärfen. Zugleich können eine Reihe von kleinen – teilweise temporären – Änderungen große Erleichterungen verschaffen.

Welche das sind, erläutert der DIHK in der Stellungnahme, die er zur öffentlichen Anhörung des Bundestags-Finanzausschusses zum "Corona-Steuerhilfegesetz" erstellt hat. Dabei fasst er die Rückkopplungen aus der unternehmerischen Praxis und seine fachliche Expertise in einem 3-Punkte-Programm zusammen.

Im Einzelnen geht es darum,

  • Liquidität und Eigenkapital der Betriebe zu stärken,
  • mit Steuerstrukturreformen die Substanz der Unternehmen und Investitionen voranzubringen und
  • zusätzliche Belastungen zu verschieben.

Verlustrücktrag in Höhe und Dauer ausweiten

Einer der Vorschläge lautet, den sogenannten Verlustrücktrag auszuweiten, mit dem Unternehmen krisenbedingte Verluste mit Gewinnen aus den Vorjahren steuerlich verrechnen können. Bislang haben die Betriebe lediglich die Möglichkeit, Verluste von maximal einer Million Euro steuerlich anzurechnen.

Der DIHK empfiehlt nun, dieses Rücktragsvolumen "deutlich" zu erhöhen und den Rücktragszeitraum zu erweitern. So könnten Unternehmen durch einen zeitlich und betragsmäßig unbegrenzten Verlustrücktrag sämtliche in der Krise entstandenen Verluste aus diesem und gegebenenfalls auch nächstem Jahr vollständig steuerlich anrechnen. Über Steuererstattungen bekämen die Unternehmen Liquidität, die sie jetzt in der Krise so dringend benötigen.

"Corona-Rücklage" einrichten, Investitionsanreize schaffen

Der DIHK plädiert außerdem für die Einrichtung einer speziellen "Corona-Rücklage" für kleine und mittlere Unternehmen, die von der Krise besonders hart getroffen wurden. Diese Rücklage soll noch für das Geschäftsjahr 2019 vom Gewinn abgesetzt werden dürfen.

Über steuerliche Anreize sollten zudem Investitionen in Digitalisierung und klimafreundliche Technologien gefördert werden. Betriebe sollten diese Zukunftsinvestitionen aus Sicht des DIHK in der Krise schneller abschreiben können.

Auch die Grenze zur Sofortabschreibung für sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter möchte der DIHK von 800 auf 5.000 Euro angehoben sehen – das würde Unternehmen helfen, die aufgrund der Pandemie zum Beispiel höhere Kosten für Hygiene oder IT-Ausstattung haben.

Zusatzbelastungen stoppen

Der Stellungnahme zufolge sollten außerdem zusätzliche Belastungen durch Bürokratie und neue Steuern in der Corona-Krise in jedem Fall verhindert werden. Das gilt beispielsweise für elektronische Kassensysteme, die bis zum 30. September mit einer neuen Sicherheitseinrichtung geschützt werden sollen. Für Betriebe ist das mit hohen Kosten verbunden. Deshalb spricht sich der DIHK dafür aus, die Frist zur Umstellung der Kassen bis Ende 2021 zu verlängern.

Details finden Sie in der
DIHK-Stellungnahme zur Anhörung Corona-Steuerhilfegesetz (PDF, 192 KB)

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Jens Gewinnus Referatsleiter Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Einkommensteuer

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