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Treier: "Als hätte die Globalisierung eine Pause eingelegt"

DIHK wirbt für eine ambitionierte EU-Handelspolitik
Container und Kräne im Hafen von Rotterdam

Der wichtige deutsche Konjunkturmotor Export muss bald wieder anlaufen

© Markus Thoenen / iStock / Getty Images Plus

Im Zuge der Corona-Krise rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nicht nur mit einem erheblichen Schaden für die deutsche Exportwirtschaft, sondern auch mit einer Zunahme des weltweiten Protektionismus. Dem gelte es entgegenzuwirken, warnt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

"Die Corona-Pandemie trifft die stark exportorientierten deutschen Unternehmen weltweit", so Treier. "Es ist, als ob die Globalisierung eine Pause eingelegt hätte." Der DIHK erwarte für 2020 ein Minus von mindestens 15 Prozent bei den deutschen Ausfuhren. "Für unsere Exportwirtschaft wäre das ein Schaden von rund 200 Milliarden Euro", konkretisiert der DIHK-Außenwirtschaftschef.

Covid-19 verschärft Abschottungstrends

Zudem verschärfe die Krise "gefährliche Abschottungstrends" zulasten der deutschen Wirtschaft: "Dazu gehört beispielsweise die Diskussion über staatlich angeordnete Rückverlagerungen von Produktion und Dienstleistungen aus dem Ausland."

Dabei stünden globale Lieferketten "nicht erst seit der Corona-Pandemie unter protektionistischem Stress", gibt Treier zu bedenken. "Mit Strafzöllen, Wirtschaftssanktionen, Local-content-Vorschriften und Decoupling-Bestrebungen hat sich das Umfeld für den Welthandel und damit der international agierenden Wirtschaft zuletzt äußerst ungünstig entwickelt."

EU zum Vorreiter in der internationalen Handelspolitik machen

Aus Unternehmersicht sei es "unglaublich wichtig, dass Deutschland seine seit über einem Jahrzehnt erste EU-Ratspräsidentschaft nutzt, um die EU-Handelspolitik ambitioniert zu gestalten und in den politischen Vordergrund zu rücken", betont Treier. 

International gelte es nun vor allem, "den Protektionismus gerade in Zeiten der Corona-Krise zu bewältigen, das EU-Mercosur-Abkommen sowie ein EU-China-Investitionsabkommen voranzutreiben und die zukünftigen Beziehungen mit dem UK nachhaltig zu regeln", nennt der DIHK-Außenhandelschef die wichtigsten Punkte. "Europa sollte der Vorreiter in der internationalen Handelspolitik werden."

Wie Deutschland seine am 1. Juli beginnende EU-Ratspräsidentschaft konkret nutzen sollte, hat der DIHK hier zusammengefasst.

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Dr. Volker Treier Mitglied der DIHK-Hauptgeschäftsführung

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst