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Treier: In der Exportbilanz kommen noch stärkere Einschnitte

DIHK erwartet für 2020 Rückgang der Ausfuhren von mindestens 15 Prozent
Blick auf einen Containerhafen vor der Skyline einer Großstadt

Der Export ist ein wichtiger Pfeiler der deutschen Wirtschaft

© Getty Images / kokouu / E+

Dass der historische Einbruch der deutschen Ausfuhren zu Beginn der Corona-Krise im März "nur der Aufgalopp für noch stärkere Einschnitte in der deutschen Exportbilanz" sein wird, befürchtet Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Wie das Statistische Bundesamt jetzt mitteilte, exportierte Deutschland im März 2020 Waren im Wert von 108,9 Milliarden Euro, das bedeutet ein Minus von 7,9 Prozent gegenüber März 2019. Im Vergleich zum Vormonat Februar gaben die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt um 11,8 Prozent nach – der größte Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im August 1990.

Unterbrochene Lieferketten, gebremste Erwartungen

Dabei habe die Corona-Krise seit März "nicht nur China ökonomisch im Griff, sondern auch weitere wichtige deutsche Handelspartner wie Italien, Frankreich, Großbritannien und die USA", gibt Treier zu bedenken. "Aktuell sorgen stillgelegte Produktionen, Grenzschließungen und Exportverbote für unterbrochene Lieferketten."

Er verweist auf den jüngsten AHK World Business Outlook, dem zufolge zwei Drittel der deutschen Unternehmen im Ausland eine deutliche Verschlechterung der weltweiten Konjunktur erwarten. "Die globale Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sinkt, Investitionen werden gestrichen und Handelshemmnisse nehmen zu", so Treier. "Wir rutschen damit in eine Weltwirtschaftskrise."

Entspannung im Handelskonflikt USA-China könnte helfen

Der DIHK rechne mit einem Rückgang der Exporte in diesem Jahr von mindestens 15 Prozent. Immerhin: "Etwas hoffnungsfroh stimmt, dass sich eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China andeutet." Hiervon könnten nach Treiers Einschätzung deutsche Unternehmen profitieren, "die auf beiden Seiten des Pazifiks mit großen Investitionsengagements tätig sind".

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