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Unternehmen leisten wichtigen Beitrag zur Integration

Weitere Flexibilisierung bei geförderten Sprachkursen kann helfen
Schwarze und weiße Hände über einem Übungsbogen zum Sprachunterricht

Deutschkenntnisse sind besonders wichtig, damit Migranten hierzulande Fuß in der Berufswelt fassen können

© angisreal / iStock / Getty Images Plus

Für 56 Prozent der hiesigen Unternehmen ist nach aktuellen Erkenntnissen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) der Fachkräftemangel das größte Geschäftsrisiko. Und: Ausländische Arbeitskräfte tragen bereits erheblich zur Abmilderung der Engpässe bei.

Das geht aus der Vorabauswertung einer noch unveröffentlichten Umfrage hervor, die auf rund 11.000 Unternehmensantworten fußt.

Ein Drittel der teilnehmenden Betriebe hat in den vergangenen Jahren ausländische Fachkräfte aus der EU sowie aus Nicht-EU-Staaten eingestellt. In der Bauwirtschaft, wo auch die Personalengpässe derzeit am größten sind, gilt dies sogar für 44 Prozent. Es folgen Industrie (36 Prozent), Dienstleister (32 Prozent) und Handel (23 Prozent).

Damit die Integration im Betrieb gut gelingt, sind Sprachkenntnisse und berufliche Weiterqualifikation der neuen Beschäftigten entscheidend. Sieben von zehn Unternehmen, die in den letzten Jahren Mitarbeiter aus dem Ausland unter Vertrag genommen haben, unterstützen deshalb sowohl finanziell als auch organisatorisch den Spracherwerb und die betriebliche Qualifizierung oder möchten das künftig tun.

Von flexiblen Arbeitszeiten bis zur innerbetrieblichen Qualifizierung

In Betracht kommen dafür etwa flexible Arbeitszeiten sowie Freistellungen, damit Sprachkurse mit der Arbeit im Betrieb kompatibel sind. Weitere Unternehmen beteiligen sich zudem an den Kursgebühren sowie an den Fahrt- oder Lebenshaltungskosten während längerer Schulungen. Und auch die Durchführung und Finanzierung von betrieblichen Qualifizierungsaktivitäten stellt einen wichtigen Beitrag dar.

So fördern die Betriebe in hohem Maße die Integration – sowohl im Betrieb zur Fachkräftesicherung als auch in der Gesellschaft insgesamt. Die Maßnahmen müssen jedoch individuell zum Mitarbeiter und zum Betrieb passen und daher vor Ort gefunden werden.

Neue Qualifizierungsbedarfe

Weil sich Berufsausbildungen gerade in Drittstaaten vom deutschen dualen Ausbildungssystem unterscheiden, werden bei künftiger Migration im Rahmen der neuen Möglichkeiten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes Qualifizierungsbedarfe entstehen. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es daher wichtig, dass die Akteure in Politik und Wirtschaft gemeinsam passgenaue Anpassungsqualifizierungen entwickeln. Wichtig sind hierbei auch geeignete Fördermöglichkeiten für Zuwanderungsinteressierte aus Drittstaaten.

Mit Blick auf die geförderten Sprachkurse des Bundes kann die weitere Flexibilisierung der Angebote Unternehmen und Beschäftigten helfen. Dadurch könnten in ländlichen Regionen Kurse in Kleinstgruppen eher zustande kommen oder im Zweifel geförderter Einzelunterricht ermöglicht werden. Auch der Ausbau von Online-Lernangeboten ist eine Option, um den betrieblichen Alltag und Spracherwerb besser zu vereinbaren.

Fachkräfteeinwanderungsgesetz stellt richtige Weichen

Fazit der DIHK-Umfrage: Fachkräfteengpässe bleiben auch bei schwacher Wirtschaftsentwicklung eine Herausforderung für Betriebe und Gesellschaft. Allein inländische Potenziale werden künftig nicht ausreichen, um diese Lücken zu schließen. Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat die Bundesregierung wichtige Weichen gestellt, damit beruflich qualifizierte Fachkräfte aus dem Nicht-EU-Ausland leichter nach Deutschland kommen können.

Bereits heute unterstützen viele Betriebe Fachkräfte aus dem Ausland bei Spracherwerb und Weiterqualifikation. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration insgesamt. Eine weitere Flexibilisierung bei geförderten Sprachkursen kann den Unternehmen etwa beim Ausbau von Online-Angeboten oder gefördertem Einzelunterricht helfen.

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Dr. Stefan Hardege Referatsleiter Arbeitsmarkt, Zuwanderung

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Petra Blum Pressesprecherin