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Unternehmen stehen beim Kampf gegen wirtschaftliche Corona-Folgen im "Wettlauf mit der Zeit"

Steuereinzug sollte laut DIHK bis Ostern komplett ausgesetzt werden
Hochgestellte Stühle in einer Gastwirtschaft

Nach der letzten Runde gehen vielerorts mindestens bis Ostern die Lichter aus

© Maxvis / iStock / Getty Images Plus

Bei den Soforthilfen gegen die schockartigen wirtschaftlichen Folgen der massiven Anti-Corona-Maßnahmen dringt Eric-Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), auf mehr Tempo.

"Nicht nur die Bekämpfung des Coronavirus, auch der Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen ist ein Wettlauf mit der Zeit“, appelliert DIHK-Präsident Eric Schweitzer an die mit dem Schutzschild der Bundesregierung befassten Politiker, Ämter und Institutionen.

Corona-Schutzschild muss rechtzeitig bei den betroffenen Betrieben wirken

"Mutige Entscheidungen jetzt werden sich später für das ganze Land auszahlen, denn sie können zehntausenden Unternehmen das Überleben und dem Staat auch später wieder entsprechende Einnahmen sichern", so der DIHK-Präsident. "Das der Bundesregierung braucht deshalb mehr Tempo, damit es noch rechtzeitig bei den betroffenen Betrieben ankommt."

Die Zahl der von kompletten Umsatzeinbrüchen betroffenen Unternehmen wird nach Einschätzung der IHK-Organisation mit den nun in Kraft tretenden neuen Einschränkungen immer größer – das zeigen die Rückmeldungen aus der Praxis. Bei den Finanzhilfen, Krediten und Steuerstundungen zählt laut Schweitzer aber schon jetzt jeder Tag. "Denn die Liquidität zerrinnt in den Betrieben extrem schnell, wenn ihr Umsatz durch die behördlichen Vorgaben quasi über Nacht von 100 auf Null gesetzt wird."

"Politik und Verwaltung dürfen sich jetzt nicht in Details verheddern, wir brauchen schnell wirkende praktische Regelungen", drängt der DIHK-Präsident. So könnten die Finanzämter einfach den Steuereinzug bei Unternehmen zumindest bis Ostern komplett aussetzen. Der Staat könne das derzeit aufgrund seiner krisenfesten Bonität verkraften, erklärt er. "Das einzelne Unternehmen kann es oft nicht." Auch die Finanzhilfen über Bürgschaftsbanken und KfW sollten schnell und für die Betriebe ohne viel Bürokratie funktionieren. Für aktuell anstehende Steuervorauszahlungen empfiehlt der DIHK, mit einem formlosen Antrag beim zuständigen Finanzamt eine Herabsetzung oder Stundung zu beantragen.

Ein entsprechendes Musterschreiben für Unternehmen, das die IHK München entwickelt hat, gibt es hier zum Download. (PDF, 36 KB)

Drohende Insolvenz ein Damoklesschwert für viele Betriebe

Zu den Bedenken von Bund und Ländern gegen schnelle Steuernachlässe sagt der DIHK-Präsident: "Dem Finanzamt geht mit sofortigen Stundungen ja keinerlei Anspruch auf Steuerzahlungen verloren – aber im Kern gesunde Unternehmen erhalten damit eine Chance, über die kommenden Wochen zu kommen." Das sei enorm wichtig, so der DIHK-Präsident. "Denn angesichts der schwindenden Liquidität ist die drohende Insolvenz ein Damoklesschwert für viele Betriebe."

Neben Krediten und Finanzhilfen für Unternehmen und Solo-Selbständige sei die Verlängerung der Frist für die Insolvenzanzeige daher ganz wichtig – solange sie nicht mit unerfüllbaren bürokratischen Auflagen erschwert wird, betont Schweitzer. Auch der Zeitraum für die – einfacher zu gestaltende – Fortführungsprognose bei Insolvenzgefahr könnte generell  bei zwei Jahren liegen. Denn, so Schweitzer: "Nach dieser tiefen Krise kann kaum jemand innerhalb eines halben Jahres wieder im 'grünen Bereich' sein."

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Dr. Rainer Kambeck Bereichsleiter Wirtschafts- und Finanzpolitik, Mittelstand

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Frank Thewes Bereichsleiter Kommunikation
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