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Unternehmensfinanzierung: Fintechs auf dem Vormarsch

DIHK-Experte Fahrholz bemerkt wachsende Konkurrenz
Geldmeer

© ismagilov / iStock / Getty Images Plus

Die Zeiten, in denen sich ein Unternehmen mit Finanzierungsbedarf mehr oder weniger automatisch an seine Hausbank wandte, sind vorbei. Christian Fahrholz, Referatsleiter Unternehmensfinanzierung und Finanzmärkte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), sieht "Fintechs" auf dem Vormarsch.

Betriebe, die über die aktuelle Liquidität hinaus investieren möchten, unterzeichnen immer häufiger keinen Kreditantrag, sondern wenden sich an Anbieter von digitalen beziehungsweise technologischen Finanzinnovationen.

Im Marktsegment der Mittelständler mit etwa fünf Millionen Euro Umsatz beobachtet DIHK-Experte Fahrholz bereits viel Konkurrenz. "Der Wettbewerb ist stark, deshalb sind die Margen in diesem Bereich relativ klein", sagte er dem "Handelsblatt".

Grundsätzlich große Probleme bei der Finanzierung gebe es nur bedingt, berichtete Fahrholz unter Verweis auf eine Umfrage des DIHK zum Thema: "Relativ schwer haben es immer noch kleine Firmen mit ein bis neun Beschäftigten. Zwischen 2012 und 2016 haben etwa zehn Prozent dieser Unternehmen keinen Kredit bekommen."

Diese Ablehnungsquote sei in der Zwischenzeit auf sieben Prozent gesunken. Bei größeren Unternehmen liege die Quote zwischen einem und vier Prozent.

Derweil drängen immer mehr Kreditmarktplätze und ähnliche Anbieter in das Firmenkundensegment. "Im Vergleich zu Banken können Fintechs meist mit Schnelligkeit und ausgeklügelten Algorithmen zur Bonitätsprüfung punkten", erläuterte der DIHK-Experte. "Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch traditionelle Banken in diesem Bereich aufholen."

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Dr. Christian Fahrholz Referatsleiter Unternehmensfinanzierung und Finanzmärkte