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Vorgezogener Verlustrücktrag bringt Betrieben schneller Cash

DIHK schlägt einmalige Anpassung der Steuerregeln vor
Hängeregister mit Steuer-Ordner

Liquiditätsinstrument Steuer: Über Verlustrückträge könnte manchem Unternehmen geholfen werden

© Ralf Geithe/ iStock / Getty Images Plus

Von der Corona-Krise betroffene Unternehmen könnten nach Berechnungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) durch das Vorziehen von Steuererstattungen erheblich entlastet werden. Deshalb plädiert der DIHK dafür, die wegen der Umsatzausfälle dramatisch verringerte Leistungsfähigkeit der Betriebe auf diesem Wege abzubilden.

"Schon kleine Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern könnten dadurch vier- oder fünfstellige Beträge vom Finanzamt zurückbekommen", sagt DIHK-Präsident Eric Schweitzer. "Das Geld steht ihnen wegen der Umsatzeinbrüche ohnehin zu – leider aber erst mit Abgabe der Steuererklärung für das Jahr 2020 und damit faktisch frühestens im nächsten Jahr. Mit ein bisschen guten Willen der Politik und einer kleinen Gesetzesänderung könnten sie diese Erstattung aber schon jetzt erhalten."

Rückerstattungen stehen den Betrieben ohnehin zu

Dazu müssten lediglich die Regelungen zum sogenannten Verlustrücktrag einmalig und ausnahmsweise so geändert werden, dass die aktuellen krisenbedingten Verluste schon im laufenden Jahr mit Gewinnen aus dem Vorjahr verrechnet werden können.

"Damit bekommen Betriebe Liquidität, die sie jetzt so dringend brauchen – und zwar nicht als Kredit oder Zuschuss, sondern aus Rückerstattungen des Finanzamts, die ihnen im nächsten Jahr ohnehin zustehen", so Schweitzer.

Beispiel-GmbH mit 100.000 Euro Jahresgewinn könnte 15.000 Euro erhalten

Die Steuerabteilung des DIHK hat dazu eine Beispielrechnung erstellt, die sich auf ein Hotel oder ein Einzelhandelsgeschäft in Form einer GmbH mit zehn Mitarbeitern bezieht: Bei einem Jahresgewinn (vor Steuern) von jeweils 100.000 Euro in den Jahren 2018 und 2019 sowie einem voraussichtlichen Verlust von 50.000 Euro in diesem Jahr könnte ein solcher Betrieb 15.000 Euro zurückerhalten, wenn das Finanzamt seinen Verlustrücktrag schon im laufenden Jahr berücksichtigen würde.

Die Erstattung ergibt sich dadurch, dass der Gewinn des Jahres 2019 mit den Verlusten des laufenden Jahres und den bereits geleisteten Steuervorauszahlungen verrechnet wird, was mit Abgabe der Steuererklärung 2020 ohnehin geschieht.

"Solch eine einmalige Anpassung würde den Betrieben sofort Liquidität verschaffen und deren dramatisch veränderte steuerliche Leistungsfähigkeit in diesem Jahr besser abbilden", argumentiert DIHK-Präsident Schweitzer. "Das wäre eine sinnvolle Ergänzung zu den Stundungsmöglichkeiten, die Bund und Länder bereits geschaffen haben."

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