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Weg zur wirtschaftlichen Erholung wird lang und zäh

Martin Wansleben kommentiert Entwicklung des BIP
Leere Baustelle eines großen Gebäudes mit Schubkarre und Schaufel

Eine der krisenbedingten Baustellen ist der Mangel an Investitionen

© wilpunt / iStock / Getty Images Plus

Der historische Einbruch der deutschen Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal stützt die Erwartung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), dass der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auch im Gesamtjahr zweistellig ausfallen dürfte.

Wie das Statistische Bundesamt meldet, ist das deutsche BIP im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 10,1 Prozent gesunken. Das war der stärkste Rückgang seit Beginn der vierteljährlichen BIP-Berechnungen für Deutschland im Jahr 1970.

"Die Zahlen zeigen, wie sehr die Corona-Krise die deutsche Wirtschaft getroffen hat", so DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben zu der Entwicklung. Zum Glück hätten viele Betriebe den Tiefpunkt inzwischen hinter sich, ein Teil sei aber immer noch stark betroffen.

Mehr Investitionen nötig – auch weltweit

Insgesamt deuteten die DIHK-Umfragen darauf hin, dass eine schnelle wirtschaftliche Erholung noch nicht in Sicht sei. "Der Weg ist noch lang", sagt Wansleben. "Neben Konjunkturprogrammen ist deshalb der Abbau von Handelshemmnissen wichtig."

Den wirtschaftlichen Re-Start behinderten zudem die infolge der Krise geringen Investitionen – weltweit, aber auch hierzulande. "Dabei brauchen wir aufgrund der zahlreichen Herausforderungen gerade jetzt mehr Investitionen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Geschäfte wieder anzukurbeln", betont der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Hierzu sind auch Geschäftsreisen für Vertrieb und Service nötig."

Keine Entwarnung für den Außenhandel

Und: "International bereiten uns die wirtschaftlichen Auswirkungen der hohen Infektionszahlen in wichtigen Exportmärkten große Sorgen. Die deutsche Exportwirtschaft kann leider noch lange nicht durchatmen."

Der DIHK erwarte "einen zähen wirtschaftlichen Aufstieg", fasst Wansleben zusammen. "Für das Gesamtjahr 2020 rechnen wir mit einem Rückgang des BIP von 10 Prozent." Das setze allerdings eine allmähliche Erholung der hiesigen Wirtschaft voraus und insbesondere, dass es keine zweite Welle der Corona-Pandemie in Deutschland geben werde.

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Melanie Vogelbach Bereichsleiterin Internationale Wirtschaftspolitik, Außenwirtschaftsrecht

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst