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Westbalkanregelung besser ohne Kontingente

DIHK warnt vor Fachkräfteengpässen
Facharbeiter Serbien

Verstärkung wie diesen Facharbeiter aus Serbien benötigt die deutsche Wirtschaft dringend

© South_agency / E+ / Getty Images

Als "sinnvollen Schritt" bewertet Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die vom Bundesarbeitsministerium geplante Verlängerung der sogenannten Westbalkanregelung.

Seit 2016 erhalten Staatsangehörige Albaniens, Bosnien-Herzegowinas, des Kosovo, Montenegros, der Republik Nordmazedonien und Serbiens unabhängig von einer formalen Qualifikation eine Aufenthaltserlaubnis. Ausgenommen sind Tätigkeiten in der Leiharbeit. Diese Regelung war ursprünglich bis Ende 2020 befristet, soll dem Referentenentwurf zufolge aber nun für ein Kontingent von bis zu 25.000 Menschen bis 2023 gelten.

Gut für Planungssicherheit und gegen Fachkräftelücken

Ein Schritt, der nach Einschätzung von Achim Dercks "vielen Unternehmen Planungssicherheit und Möglichkeiten zur Fachkräftesicherung bietet". Zahlreiche Menschen seien in den letzten Jahren über die Westbalkanregelung nach Deutschland gekommen und arbeiteten hier als Fachkräfte, Spezialisten oder Experten, so Dercks.

Das jetzt vorgesehene Kontingent könnte allerdings "in Zukunft zu einem Engpass werden, wenn die Fachkräftenachfrage nach der Krise wieder anziehen sollte", warnt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Grundsätzlich sollten sich die Regelungen mit Blick auf die Fachkräftesicherung an den Bedarfen der Betriebe und nicht an den Ressourcen der Verwaltung orientieren."

Digitalisierung und Vorrangprüfung statt Kontingente

"Um beispielsweise den Visumprozess zu beschleunigen, lange Wartezeiten auf Termine in der Botschaft zu vermeiden und so die Planungssicherheit der Betriebe zu steigern, sollten effizientere Verfahren bei der Visaerteilung zum Einsatz kommen", schlägt er vor. Hier könne die Digitalisierung einen wichtigen Beitrag leisten.

Und: "Mit der Vorrangprüfung besteht zudem auch ohne Kontingent bereits ein Steuerungsinstrument, mit dem die Situation auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigt werden kann."

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Porträtbild Dr. Stefan Hardege, Referatsleiter Arbeitsmarkt | Zuwanderung
Dr. Stefan Hardege Referatsleiter Arbeitsmarkt, Zuwanderung

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