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Wichtiges Hilfspaket – aber die Liquiditätsuhr tickt

Ohne eine Staatsgarantie von 100 Prozent bekommen die meisten Betriebe keinen Kredit
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Mit Hilfskrediten sollen möglichst viele Unternehmen die mageren Zeiten überbrücken

© Jana Zimmermeyer / DIHK

Positiv bewertet Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), das Hilfspaket, mit dem die Bundesregierung die Folgen der Corona-Pandemie abfedern möchte. Eine wichtige Herausforderung bleibe die Resthaftung der Kreditinstitute und Hausbanken vor Ort.

"Das Hilfspaket der Bundesregierung ist wichtig", sagt Schweitzer. Es spiegele das in den vergangenen zehn Tagen gewachsene Bewusstsein über das wirtschaftliche Ausmaß der Corona-Krise wider. "Das gilt für das Sofortprogramm für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen. Das gilt aber auch für das umfassende Kreditpaket wie für die Anpassungen im Insolvenzrecht."

Aber: "Für viele Betriebe läuft die Liquiditätsuhr schneller runter als politische Entscheidungen und der Aufbau von Strukturen für die Hilfen hinterherkommen", berichtet der DIHK-Präsident von den Rückmeldungen vieler Unternehmen. Einfache Lösungen oder vorschnelle Schuldzuweisungen seien dabei völlig fehl am Platz. "Alle Beteiligten müssen sich aber darauf fokussieren, dass die Hilfsgelder noch im März fließen und zugleich auch die Steuerstundungen wirken."

Eine große Baustelle muss laut Schweitzer noch bearbeitet werden: "Bei den Corona-Hilfskrediten sehen die Programme weiterhin eine Haftung der Kreditinstitute und Hausbanken vor Ort von 10 bis 20 Prozent vor." Angesichts der völligen Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Krise könne aber kein gewerbliches Unternehmen verlässliche Planungen vorlegen – dann aber dürften die Banken keinen Kredit geben. "Aus dieser Falle kommen wir nur durch eine temporäre 100-Prozent-Haftung des Staates heraus." Andernfalls, befürchtet der DIHK-Präsident, würden am Ende zwar glücklicherweise Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen über Zuschüsse Hilfen erhalten und wenige große Unternehmen könnten durch eine staatliche Beteiligung gerettet werden. "Zentrale Bereiche der deutschen Wirtschaft – vom normalen kleinen und mittleren Betrieb bis hin zum großen Familienunternehmen würde aber eine Pleitewelle drohen."

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