Pfadnavigation

Wirtschaft braucht gute Basis bei der Fachkräftesicherung

Achim Dercks zum Nationalen Bildungsbericht
Gruppe von Schülern

Die Wirtschaft ist darauf angewiesen, dass die Fachkräfte von morgen auch in der Krise gut ausgebildet werden

© SolStock / E+ /Getty Images

Der Nationale Bildungsbericht, den die Bundesregierung jetzt vorgestellt hat, ist nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) vor allem mit Blick auf die Verbesserungspotenziale beim Schwerpunktthema "Bildung in der digitalisierten Welt" interessant.

"Bildungspolitik ist Standortpolitik und das Fundament unserer Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit am Wirtschaftsstandort Deutschland", stellt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks klar. "Versäumnisse in der schulischen Bildung beeinträchtigen die Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen und haben damit direkte Auswirkungen für unsere Unternehmen."

Es gelte, wichtige grundlegende Kompetenzen der Fachkräfte von morgen "möglichst früh und entlang der gesamten Bildungskette" auszubilden, so Dercks.

Pandemie wirft ein Schlaglicht auf Digitalisierungs-Schwächen

Die Corona-Krise habe die im Nationalen Bildungsbericht angesprochenen Versäumnisse der vergangenen Jahre bei der Vermittlung von Digitalkompetenzen bei Schülern und Lehrern sowie der Digitalisierung der Schulen selbst noch sichtbarer gemacht, stellt er fest. Das gelte auch für die beruflichen Schulen, die in der aktuellen öffentlichen Diskussion häufig zu kurz kämen.

"Die Mittel aus dem Digitalpakt Schule reichen nicht aus, um alle Schulen und Schulformen in Deutschland zukunftsfest aufzustellen", gibt Dercks zu bedenken. "Der Bericht stellt richtig fest, dass wir neben Hard- und Software auch eine entsprechenden Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte sowie didaktische Konzepte für digitales Lernen brauchen."

Fördermittel schnell in die Schulen bringen

Die Digitalpakt-Mittel und die zusätzlichen 500 Millionen Euro für die Ausstattung mit digitalen Endgeräten müssten jetzt schnell bei den Schulen ankommen, um den künftigen Fachkräften wichtige Zukunftskompetenzen für das bevorstehende Berufsleben zu vermitteln.

"Es gilt, einen verlässlichen und guten Distanzunterricht zu ermöglichen, wenn die Pandemie auch nach den Sommerferien keinen Regelbetrieb in den Schulen zulässt", mahnt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer. "Bund und Länder müssen hierzu die Voraussetzungen schaffen, um flächendeckend die Chancen der Digitalisierung in der Bildung zu nutzen. Nur so kann unser Bildungssystem zukunftsfähig bleiben und langfristig, auch nach der Krise, für eine solide Fachkräftebasis sorgen.

Duale Ausbildung und Höhere Berufsbildung im Trend

Dass die Berufliche Bildung grundsätzlich sehr attraktiv ist, zeigen die gestiegenen Anfängerzahlen im dualen Ausbildungssystem in den vergangenen Jahren. Erfreulich ist auch die gesunkene Zahl der jungen Menschen im Übergangssektor. Auch die Höhere Berufsbildung, also die Qualifikation etwa zum Meister und Fachwirt, verzeichnet weiter stabilen Zulauf.

"Die neuesten Zahlen für das Kalenderjahr 2019 zeigen mit mehr als 60.000 Teilnehmern alleine im IHK-Bereich gar eine leichte Zunahme", berichtet Dercks. "Damit können die deutschen Betriebe nach dem Bewältigen der Corona-Krise anknüpfen, um weiterhin auf eine gute Basis bei der Fachkräftesicherung – vor allem für höhere Positionen von Fachexperten – zählen zu können."

Kontakt

Porträtfoto Jana Heiberger, Referatsleiterin Fachkräftesicherung | Ausbildung
Jana Heiberger Referatsleiterin Berufsorientierung, Berufsschule, MINT-Förderung

Kontakt

Junger Mann vor Gemälde im Haus der deutschen Wirtschaft
Dr. Christian Jekat Pressesprecher