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Wirtschaft kommentiert Zweites Corona-Steuerhilfegesetz

Verbände: Bei Verlustverrechnung und Mehrwertsteuer sollte nachgebessert werden
Frau in weißer Bluse sitzt an einem Schreibtisch mit Laptop, Formularen, Taschenrechner und Brille

Covid-19-betroffene Unternehmen können bei der Steuer auf Entlastungen hoffen

© Pra-chid / iStock / Getty Images Plus

Das "Zweite Corona-Steuerhilfegesetz", das das Bundeskabinett am 12. Juni im Entwurf beschlossen hat, setzt nach Auffassung der deutschen Wirtschaft wichtige Impulse, damit die Unternehmen hierzulande die ökonomischen Folgen der Corona-Krise überwinden können. Die Verbände regen aber noch Nachjustierungen an.

Mit dem "Zweiten Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise" soll der steuerliche Teil des Corona-Konjunktur- und Krisenbewältigungspaketes umgesetzt werden.

In einer gemeinsamen Stellungnahme mit sieben weiteren Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Änderungen kommentiert, die im Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuergesetz sowie im Forschungszulagengesetz vorgesehen sind.

Dazu zählen die Wiedereinführung der degressiven Absetzung für Abnutzung (AfA), Anpassungen beim Verlustrücktrag, eine Verschiebung der Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer oder die Anhebung des Freibetrages bei den gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen.

Viele Empfehlungen aufgenommen

Die Verbände loben, dass viele Vorschläge der deutschen Wirtschaft aufgegriffen worden seien. Damit die gewünschten Impulse eintreten könnten, müsse jedoch an manchen Punkten noch nachgesteuert werden.

Das betreffe etwa die steuerliche Berücksichtigung der Corona-bedingt in den Jahren 2020 und 2021 entstehenden Verluste. Hier sei es dringend geboten, den Verlustrücktrag mindestens zwei Jahre zurück zu ermöglichen und die Höchstgrenze weiter anzuheben, damit alle Corona-Verluste steuerlich anerkannt würden.

Außerdem empfehlen die Autoren der Stellungnahme großzügige Billigkeitsregelungen, um den erheblichen Verwaltungsaufwand abzumildern, der den Unternehmen durch die extrem kurzfristige Umstellung der Mehrwertsteuersätze entsteht.

Steuerliche Abzinsung aussetzen, weitere Lasten verschieben

Die Verbände schlagen zudem weitere Maßnahmen zur Entlastung von Unternehmen vor: So würde eine Aussetzung der steuerlichen Abzinsung nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 EstG verhindern helfen, dass Betriebe, die im Rahmen der Corona-Krise zinslose staatliche Darlehen erhalten haben, wegen der Zinslosigkeit Steuern auf den Abzinsungsbetrag zahlen müssen.

Zum anderen warnen der DIHK und die Mitunterzeichner vor zusätzlichen Belastungen, die den Unternehmen aus Bürokratie und neuen Steuerplänen erwachsen könnten. Sie plädieren deshalb beispielsweise dafür, die Frist zur Aufrüstung von Kassen mit zertifizierten technischen Sicherungseinrichtungen zu verschieben.

Sie finden das Papier mit allen Einzelheiten hier zum Download:

Verbände-Stellungnahme 2, Corona-Steuerhilfegesetz (PDF, 187 KB)

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Dr. Rainer Kambeck Bereichsleiter Wirtschafts- und Finanzpolitik, Mittelstand

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Thomas Renner Pressesprecher | Chef vom Dienst