Pfadnavigation

Wirtschaft sieht "Phase-eins-Deal" zwiespältig

Eric Schweitzer: "Managed Trade" darf nicht zum Vorbild werden
Blick von oben in eine Fertigungshalle, in der zwei eingerüstete Flugzeuge stehen

Ordert China künftig Boeing statt Airbus? Der "Phase-eins-Deal" wird sich unter anderem in der Flugzeugproduktion bemerkbar machen

© xenotar / E+ / Getty Images

Die Teileinigung, die die USA und China im Januar in ihrem Handelsstreit erzielt haben, tritt nun in Kraft. Für die deutsche Wirtschaft bringt der "Phase-eins-Deal" auch Nachteile, wie Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), erläutert.

Die deutschen Exporteure verfolgten das Inkrafttreten des Deals "mit sehr gemischten Gefühlen", berichtet Schweitzer. "Positiv ist, dass eine weitere globale Eskalation bei den Zöllen vorerst vermieden wird. Belastend ist, dass der Großteil der Strafzölle bestehen bleibt."

Der Weg hin zu einer echten Entspannung im Welthandel sei noch weit, bedauert der DIHK-Präsident. Eine weitere Deeskalation des Handelskonflikts sei für die über internationale Lieferketten unmittelbar involvierten deutschen Unternehmen von großer Bedeutung. Immerhin sind die USA Deutschlands Exportmarkt Nummer eins, China rangiert auf Platz drei.

Auch andere Teile des Deals bereiten der deutschen Wirtschaft Sorgen: "Durch die Zusage Chinas, deutlich mehr amerikanische Industriegüter zu importieren, drohen Verschiebungseffekte zulasten der hiesigen Industrie", gibt Schweitzer zu bedenken. "Darüber hinaus ist noch unklar, ob das Abkommen mit den Welthandelsregeln konform ist."

Im Geiste widerspreche der Deal den Grundsätzen des Freihandels, denn er verfolge "Managed Trade". Schweitzer: "Dieses Modell darf kein Vorbild für weitere Handelsvereinbarungen werden. Deshalb ist es so entscheidend, die Funktionsfähigkeit der Welthandelsorganisation WTO wiederherzustellen."

Kontakt

Mann im Haus der Deutschen Wirtschaft
Klemens Kober Referatsleiter Handelspolitik, transatlantische Beziehungen und EU-Zollfragen

Kontakt

Frau im Haus der deutschen Wirtschaft
Petra Blum Pressesprecherin