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#WirtschaftTestet: Großes Engagement in der betrieblichen Praxis

Stellwände für ein Corona-Testzentrum werden im Atrium der IHK Nürnberg aufgebaut

Aufbau des Corona-Schnelltestzentrums im Atrium der IHK Nürnberg

© Stefan Krajewski / IHK Nürnberg

Der Corona-Gipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder am 22. März brachte keine neuen Perspektiven für die vom Lockdown betroffenen Unternehmen in Deutschland. Denn bei einem Inzidenzwert von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen sollen Geschäfte wieder schließen.

Zu Recht setzt die Politik daneben auf die Verstärkung der Impfstrategie und vor allem auch auf gezieltes Testen. Dazu wurde erst kürzlich eine Anpassung bei der Medizinprodukte-Abgabeverordnung vorgenommen. Nun dürfen Schnelltests zum professionellen Gebrauch an alle Unternehmen mit Beschäftigten – und nicht mehr nur an solche mit medizinischem Personal – abgegeben werden. Für die Durchführung ist "geschultes Personal" allerdings weiterhin notwendig.

Seit vielen Wochen hatte sich unter anderem der DIHK um eine entsprechende Lockerung dieser Verordnung bemüht. Denn auch die Wirtschaft ist beim Testen gefragt: Unternehmen sollen ihren Mitarbeitern, wo kein Home Office möglich ist, mindestens einmal pro Woche einen Test zur Verfügung stellen. Nun können sie neben Selbsttests auch Schnelltests flexibler in ihrem Betrieb einsetzen.

In der unternehmerischen Praxis ist das Testen der Mitarbeiter vielfach schon angekommen. Denn für die Betriebe bedeutet es nicht nur Infektionsschutz, es ist auch ein Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Bekämpfung der Pandemie und erhöht dadurch die Chancen für eine nachhaltige Öffnungsperspektive.

Unternehmen wollen selbst aktiv werden

Trotz einiger Hürden bei der Umsetzung sehen viele Unternehmen in Corona-Tests das Potenzial, ihre Geschäftstätigkeit mit hohem Gesundheitsschutz aufrechtzuerhalten oder wieder aufzunehmen. Christoph Freiherr von Stein, Geschäftsführer von Einblasdaemmung.de, hat diese Chance für seinen Betrieb schon vor einem halben Jahr erkannt: Aus seiner Sicht sind regelmäßige, betriebliche Testungen unverzichtbar, um unter schwierigen Bedingungen weiter verlässlich wirtschaften zu können. Mittlerweile werden die Mitarbeiter seines Unternehmens zweimal die Woche getestet.

Auch andere Unternehmer wie etwa die Intego GmbH aus Erlangen haben längst die Initiative ergriffen und testen umfassend, schnell und unbürokratisch: Mittels eines Gurgel-Pool-Tests testen inzwischen auch viele weitere Betriebe in Erlangen und Umgebung ihre Beschäftigten und sogar deren Familien – mit Unterstützung der Landkreise, der Universität und der IHK vor Ort.

Auf der DIHK-Website analysiert der DIHK das Thema Corona-Tests und sammelt weitere Beispiele, die Aktivitäten von Unternehmen in diesem Bereich zeigen.

Viele Unternehmen testen bereits, stehen aber auch vor Herausforderungen

Eine aktuelle DIHK-Startumfrage zu Beginn der Kampagne #WirtschaftTestet bei rund 8.000 Betrieben zeigt: 19 Prozent der Unternehmen testen bereits, weitere 28 Prozent wollen dies in Kürze tun. Bei den Großunternehmen meldeten sogar 40 Prozent, dass sie bereits regelmäßig testen, weitere 39 Prozent wollen damit zeitnah beginnen. Die Testbereitschaft hängt aber nicht nur von der Größe des Unternehmens ab, sondern auch von konkreten, praktischen Problemen. So melden 43 Prozent derjenigen, die in Kürze testen wollen, Beschaffungsprobleme durch fehlende Lieferungen. 42 Prozent bemängeln zudem fehlende Informationen zum Umgang mit Tests in den Betrieben.

Die gesamte Auswertung der Startumfrage des DIHK können Sie hier nachlesen.

Rückendeckung beim Testen auch seitens der Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft

In einem gemeinsamen Aufruf haben die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft, BDA, BDI, DIHK und ZDH, an die Unternehmen hierzulande appelliert, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Corona-Testangebot zu unterbreiten. "Wir sehen in der Impfung das zentrale Element der Pandemiebekämpfung. Bis allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot gemacht werden kann, wollen wir die Teststrategie von Bund und Ländern mit aller Kraft unterstützen. Vermehrte Tests sind eine wirksame Brücke, die mindestens bis Juni notwendig sein wird", heißt es darin.

Unterstützung bei der Umsetzung erhalten Betriebe ebenfalls bei den Verbänden: Die IHK-Organisation bietet Unternehmen hierzu FAQs, Webinare, Podcasts und Erklärvideos. Darüber hinaus beteiligen sich die IHKs ganz konkret an der Teststrategie, indem sie von den Landesregierungen zur Verfügung gestellte Schnelltests für Grenzpendler an die Unternehmen verteilen.



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