Pfadnavigation

Corona stellt deutsche Unternehmen im Ausland weiterhin vor Herausforderungen

Hafen mit Flugzeug

Reisebeschränkungen und Nachfragerückgänge machen den deutschen Auslandsunternehmen zu schaffen

© baona / iStock / Getty Images Plus

Drei Viertel der im Ausland aktiven deutschen Unternehmen sind weiterhin von den internationalen Reiseeinschränkungen betroffen. Das zeigt der aktuelle AHK World Business Outlook, an dem sich mehr als 3.500 deutsche Betriebe in aller Welt beteiligt haben. 53 Prozent nennen zudem eine geringere Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen als direkte Auswirkung der Corona-Pandemie. Probleme in der Lieferkette bleiben für knapp ein Drittel der Unternehmen eine Herausforderung. Für dieses Jahr geht der DIHK von einer negativen Entwicklung der deutschen Exporte um rund 10 Prozent aus – der größte Rückgang seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Im kommenden Jahr werden die Exporte voraussichtlich um rund 9 Prozent steigen, aber noch nicht das Vorkrisenniveau erreichen.

Geringe Nachfrage trübt die Stimmung

In der aktuellen Umfrage unter den Mitgliedern der deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) schätzen 32 Prozent ihre Lage als gut ein, 22 Prozent als schlecht. Damit rangiert die durchschnittliche Geschäftslage der Unternehmen nach dem Einbruch im Frühsommer wieder im Saldo oberhalb der Null-Linie – jedoch deutlich unter dem Wert von Herbst 2019. Ausgehend von dieser auch im langfristigen Vergleich schlechten Lageeinschätzung erwarten 42 Prozent der Betriebe eine Besserung ihrer Geschäfte, 15 Prozent eine Verschlechterung. Als Risiken nennen die Umfrageteilnehmer am häufigsten die geringe Nachfrage, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Wechselkurse.

Erholung in 2021 voraussichtlich kraftlos

Die Erwartungen der deutschen Auslandsunternehmen an die Konjunktur in den jeweiligen Ländern sind besser als im Corona-Tief im Frühjahr, unterscheiden sich aber je nach Region deutlich: Vor allem in China sind die Aussichten auf eine Belebung der Wirtschaft vergleichsweise gut. So rechnen 51 Prozent der deutschen Unternehmen in China für die kommenden zwölf Monate mit einem Aufschwung, in der Eurozone dagegen nur 27 Prozent. Weltweit erwarten 33 Prozent der Betriebe in den kommenden zwölf Monaten eine bessere Konjunktur, 34 Prozent eine Verschlechterung. Insgesamt deutet dies auf eine eher kraftlose globale Erholung 2021 hin.

Investitionen gehen zurück

Die Investitionstätigkeit der Unternehmen im Ausland ist – unter anderem wegen der vielfachen Reisebeschränkungen – noch nicht wieder in Gang gekommen. Ein Viertel der Umfrageteilnehmer will mehr investieren, 28 Prozent planen, ihre Investitionen in den kommenden zwölf Monaten zurückzufahren. Auch die Beschäftigungsabsichten reichen nicht an die expansiven Pläne der Vorkrisenzeit heran.

Ende der Belastungen noch lange nicht in Sicht

Von einer Rückkehr zur Normalität mit Blick auf die eigenen Geschäfte kann vielerorts noch keine Rede sein: Lediglich 4 Prozent der international engagierten deutschen Unternehmen gehen von einer Konjunkturerholung in ihrem Land noch in diesem Jahr aus. 36 Prozent rechnen damit für 2021, 28 Prozent erst für das Jahr 2022. 19 Prozent schätzen, dass eine Erholung länger dauert, für 3 Prozent ist keine Normalisierung in Sicht. In der Eurozone rechnen 32 Prozent der Unternehmen mit einer Normalisierung ihrer Geschäftstätigkeit im Jahr 2021, 44 Prozent erwarten dies für 2022 und 19 Prozent sogar noch später.

Logo auf dem "Thema der Woche" steht.

© DIHK

Kontakt

Porträtfoto Kevin Heidenreich, Referatsleiter Grundsatzfragen der Außenwirtschaft und Entwicklungspolitik
Kevin Heidenreich Referatsleiter Grundsatzfragen der Außenwirtschaft und Entwicklungspolitik