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Global agieren – Herausforderung und Chance für die deutsche Wirtschaft

Container mit Flugzeug

Quo vadis, Außenwirtschaft? Für die hiesigen Betriebe ist der internationale Handel enorm wichtig

© alexsl / E+ / Getty Images

Die Offenheit der deutschen Volkswirtschaft ist traditionell eine Stärke – in der Corona-Krise muss diese sich neu beweisen. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland ist vom Export abhängig, in der Industrie sogar jeder zweite. Unternehmen wie Politik sind aufgrund der Pandemie jedoch auch international derzeit in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt.

Immerhin stabilisiert sich das außenwirtschaftliche Umfeld nach einem harten Jahr 2020 zuletzt und die Exporte – unterstützt durch die Nachfrage insbesondere aus China und den USA – wachsen wieder. Vor diesem Hintergrund diskutieren wichtige Akteure der Außenwirtschaft bei den vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) veranstalteten Außenwirtschaftstagen 2021 Wege aus der Krise und in die Zukunft. 

Exportbetriebe haben weiter stark mit der Pandemie zu kämpfen

Reiserestriktionen, Lieferengpässe und Protektionismus zählen Umfragen des DIHK und der Auslandshandelskammern (AHKs) zufolge seit einem Jahr zu den Top-Herausforderungen für international agierende Unternehmen. Aufgrund vieler Grenzschließungen und Quarantänemaßnahmen können Unternehmen ihre Manager, Techniker oder Vertriebsmitarbeiter oft nicht zu ihren Kunden und Lieferanten schicken und wichtige Messen finden nicht statt.  

Hinzu kommen Störungen der weltweiten Lieferketten, die den Aufschwung verzögern. Aktuell leiden zum Beispiel viele Industriebranchen, von der Automobilfertigung bis zur Unterhaltungselektronik, unter ausbleibenden Zulieferungen von Halbleiterchips und Transportcontainern.

In Umfragen berichten viele Unternehmen, dass sie Investitionen verschoben oder komplett gestrichen haben – das gilt für fast die Hälfte der im Herbst 2020 befragten im Ausland aktiven deutschen Unternehmen und für fast ein Drittel der zu Jahresbeginn in Deutschland befragten Betriebe. Sorgen macht dabei, dass es gerade der Mittelstand ist, der seine Investitionsabsichten auf den Prüfstand stellt.

Jede Krise bietet eine Chance: Innovationskraft und Unternehmungsgeist gefragt

Durch die digitale und grüne Transformation tun sich aber auch neue Möglichkeiten auf – ob im Bereich Medizintechnik, dem Maschinenbau (Smart Manufacturing), bei erneuerbaren Energien und in Umwelttechnologien (Dekarbonisierung) sowie bei der Digitalisierung von Dienstleistungen.

Für viele Unternehmen gilt es wiederum, nach neuen Betätigungsfeldern zu suchen und Lieferantenbeziehungen zu diversifizieren.  Auch Verlagerungen von eigenen ausländischen Produktionsstandorten sind ein Trend, der nach Angaben der Betriebe derzeit relevanter wird. Insbesondere der europäische Raum und angrenzende Regionen stehen im Blickfeld deutscher auslandsaktiver Unternehmen, aber auch "China+1", also die Ergänzung von Produktionsstätten in China um einen weiteren Standort in Asien-Pazifik.

Viele Angebote mit praxisnahen Inhalten bei den Außenwirtschaftstagen 2021

Die ersten digitalen BMWi-Außenwirtschaftstage unter dem Motto "Germany Works – global agieren, vorwärts denken" thematisieren die genannten Herausforderungen und Chancen – und vieles mehr. Bei rund 70 Veranstaltungen vom 19. bis zum 23. April ist für die gesamte Außenwirtschaft etwas dabei. Viele Webinare werden aufgezeichnet und sind im Nachgang noch auf www.bmwi-aussenwirtschaftstage.de verfügbar.

Neben dem DIHK bringen sich 30 AHKs mit ihrer Expertise ein. Wer Rat zu einem bestimmen Land oder einer Region sucht, kann sich darüber hinaus wie gewohnt bei der lokalen IHK oder zuständigen AHK beraten lassen.

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Porträtfoto Vera Philipps
Vera Philipps Referatsleiterin Ostasien (Greater China, Japan, Korea) | APA: Korea, Taiwan