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Warum Rohstoffe aktuell Mangelware sind

Holzstapel an einer Weggabelung im Wald

Engpassfaktor Holz: Trotz des vielerorts massiven Fichteneinschlags steigen die Preise

© Katja Ziegler

Stahl und Aluminium, Kupfer, Kunststoff oder auch Holz – an diese Rohstoffe und Materialien kommt man aktuell nur schwer bis gar nicht heran. Es fehlt an Nachschub, Lieferungen verzögern sich, zusätzlich steigen die Preise – zuletzt um 80 bis 100 Prozent bei vielen Rohstoffen. Davon berichten auch 42 Prozent der Unternehmen in der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Besonders betroffen sind Industrie und Bauwirtschaft.

Die Folge: Einige Betriebe können derzeit schwer oder gar nicht einschätzen, ob und wann erforderliche Rohstoffe verfügbar sein werden. Hinzu kommen erhebliche Schwierigkeiten bei der Preiskalkulation für Produkte und Bauleistungen. Gravierend wird es, wenn sogar Arbeiten verschoben werden müssen: So melden zum Beispiel kleine und mittlere Betriebe im stahlverarbeitenden Bereich eine kritische Situation. 

Ursachen für den Rohstoffmangel 

Als eine der Hauptursachen gelten die Auswirkungen der Corona-Pandemie: Vielerorts haben Rohstofflieferanten ihre Produktion nach unten anpassen müssen. Nun ist die weltweite Nachfrage jedoch unerwartet schnell angesprungen, sodass die Rohstoffe nicht schnell genug produziert und geliefert werden können. Hinzu kommen fehlende Frachtkapazitäten, Handelskonflikte, und auch die Suez-Kanal-Blockade trägt noch immer zu Lieferschwierigkeiten bei. Im aktuellen AHK World-Business-Outlook berichten 40 Prozent der deutschen Unternehmen im Ausland von Problemen in den Lieferketten – der höchste Wert seit Beginn der Umfrage. 

Lange Ereigniskette als Folge 

Die Rohstoffknappheit zieht eine ganze Liste an Auswirkungen mit sich. Darstellen lässt sich dies am Beispiel der Automobilindustrie: Während der Corona-Pandemie stoppte auch in dieser Branche die Nachfrage. Daraufhin haben die Lieferanten ihre Produktion heruntergefahren oder umgeplant, so auch die Hersteller sogenannter Halbleiterchips. 

Die komplizierte Produktion dieser Mikrochips kann jedoch nicht vom einen auf den anderen Tag wieder hochgefahren werden. Zunächst braucht man Silizium für die Herstellung, was vorrangig in China produziert wird. Aufgrund dortiger Produktionsschwierigkeiten ist dieser Rohstoff aktuell nicht in großen Mengen vorrätig. Des Weiteren ist die Produktion der Chips äußerst zeitintensiv, da sie aus mehr als 1.000 Schritten besteht. Ohne diese Mikrochips aber können Autos nicht produziert werden, Arbeiten müssen verschoben und Belegschaften in Kurzarbeit geschickt werden.  

Was gegen die Rohstoffknappheit helfen könnte 

Über die IHKs und AHKs haben den DIHK Vorschläge erreicht, wie der akute Mangel ausgeglichen werden könnte. Im Kern geht es dabei darum, einseitige Abhängigkeiten in Lieferketten zu verringern. Eine Diversifizierung der Lieferketten mit weiteren Handelspartnern könnte gerade jetzt den Handel mit Mangelprodukten für die betroffenen Unternehmen in Deutschland erleichtern. 

Das ist auch ein zentrales Thema in der kürzlich aktualisierten EU-Industrie- sowie der -Handelsstrategie. Bei bestehenden Handelskonflikten wie etwa im Stahl- und Aluminiumbereich zwischen der EU und den USA könnten schnelle Verhandlungslösungen zum Abbau gegenseitiger Sonderzölle helfen. Durch die weltweite Aufhebung oder Lockerung von Import- und Exporteinschränkungen würde sich die Versorgungslage für die Unternehmen verbessern. Auch neue Abkommen mit wichtigen Handelspartnern sind ein Weg, um den Unternehmen mehr Sicherheit im Handel zu schaffen.   

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Klemens Kober Referatsleiter Handelspolitik, transatlantische Beziehungen und EU-Zollfragen

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Eva Weik Referatsleiterin Kreislaufwirtschaft, Umweltrecht, Rohstoffpolitik