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Wirtschaftsleben ausgebremst – was Unternehmen trotzdem tun können

Älterer Frau quittiert einem jungen Mann auf dem Tablett den Empfang einer Kiste Lebensmittel, beide mit Mundschutz

Lieferservice statt leerer Kassen: Viele Unternehmen sind in der Corona-Krise kreativ geworden

© dardespot / E+ / Getty Images

Weiterhin befinden sich viele Betriebe in Deutschland in schwierigen Zeiten. Mit dem vierten Bevölkerungsschutzgesetz, das vergangenen Freitag beschlossen wurde, ist eine bundeseinheitliche "Notbremse" in Kraft getreten: Ab einer drei Tage währenden Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen in einem Landkreis greifen zusätzliche Maßnahmen – wie das erneute Schließen vieler Geschäfte. Mehr denn je hängt die Existenz betroffener Unternehmen an den jeweiligen Inzidenzwerten – und damit am seidenen Faden. Mehr denn je gilt für die Betriebe jetzt, aktiv und kreativ zu bleiben und Wege durch oder sogar aus der Krise zu finden – auch mit Unterstützung durch die Industrie- und Handelskammern.

Ideenreichtum wird belohnt

Die Not der Unternehmerinnen und Unternehmer ist in vielen Branchen groß – und macht bekanntlich erfinderisch. Inmitten von Pandemie, Lockdown und "Bundesnotbremse" gibt es Betriebe, die mit ihren Ideen den Geschäftsbetrieb am Laufen halten – und das unter Einhaltung aller Corona-Regeln. In Würzburg ist im letzten Jahr eine Aktion an den Start gegangen, die mehreren Unternehmen den Geschäftsbetrieb sicherte – und zwar durch lokale, nachhaltige und schnelle Lieferungen. Würzburger Einzelhändler, die ihre Ware nicht vor Ort verkaufen können, können sie noch am selben Tag günstig und umweltfreundlich zu ihren Kunden nach Hause liefern lassen. Das Konzept namens WüLivery ist eine Initiative der Stadt Würzburg, des Handelsverbandes Bayern und des Würzburger Stadtkuriers "Radboten".

So wie "WüLivery" die besonderen Bedürfnisse von Händlern und Kunden in der Corona-Krise erfüllt und neue nachhaltige Lieferservices entwickelt hat, haben auch andere Unternehmen ihr Geschäftsmodell den besonderen Anforderungen der Pandemie angepasst: So bieten manche ihre Ware in virtuellen Kunden-Rendezvous an oder offerieren ihre Dienstleistungen mit besonderem Eventcharakter.

Lesen Sie mehr zu diesen Ideen in unserem Dossier "Unternehmen suchen Wege aus der Krise".

So machen Sie Ihr Unternehmen krisenfest

Natürlich bieten sich nicht für alle Betriebe solche Lösungen an. Generell hilft es jedoch, sich konsequent und vorausschauend mit den wechselnden Auswirkungen der Krise zu befassen. Nach den Erfahrungen vieler Unternehmen lohnt es sich, folgende Punkte frühzeitig im Blick zu haben:

Überprüfen Sie permanent Ihr Geschäftsmodell, Ihre Strategie, Ihr Produktangebot und Ihre Kunden- sowie Lieferantenstruktur. Neue Geschäftsideen, die Weiterentwicklung Ihrer Produkte, ein Mix aus Bestands- und Neukunden und die Laufzeit Ihrer Lieferverträge sind hier von Relevanz.

Schützen Sie sich vor Lieferengpässen oder Zahlungsausfällen. Checken Sie regelmäßig die Bonität Ihrer Vertragspartner entlang Ihrer Wertschöpfungskette. Fragen Sie bei Ihrer IHK nach so genannten Schuldnerlisten, in denen säumige oder von Insolvenz bedrohte Unternehmen von Amts wegen aufgeführt werden.

Implementieren Sie ein Frühwarnsystem für Ihren eigenen Betrieb. Sorgen Sie für eine klare Aufgabenteilung in Ihrem Unternehmen: Wer ist wofür verantwortlich, wer berichtet wie oft an wen? Um immer den Stand der Dinge zu kennen, brauchen Sie regelmäßig aktuelle Informationen über die Geschäftsentwicklungen.

Achten Sie auf Warnsignale: Zahlt ein bisher zuverlässiger Kunde seine Rechnungen auf den letzten Drücker? Insbesondere bei plötzlichen Veränderungen im Zahlungsverhalten ist Vorsicht geboten. Auch bei Ihren Lieferanten sollten Sie auf Ungewöhnliches achten: Ändert Ihr Zulieferer ohne Ankündigung seine Zahlungsziele, liefert er verspätet oder nur in minderer Qualität? Machen Sie sich rechtzeitig auf die Suche nach alternativen Zulieferbetrieben.

Partner auch in schwierigen Lagen

Von Beratung über Informationen bis hin zum Unternehmens-Netzwerk – bei den Industrie- und Handelskammern erhalten Betriebe in schwierigen Geschäftslagen konkrete Hilfestellungen. Fachkundige Ansprechpartner helfen dabei, Lösungen für verschiedenste Problemsituationen zu finden. Darüber hinaus stellen die IHKs wichtige Informationen, speziell auch zu Corona-Themen bereit: Auf ihren Websites, in Form von Podcasts oder auch in Seminaren können sich Unternehmerinnen und Unternehmer einen Überblick etwa über staatliche Hilfsprogramme verschaffen. Nicht zuletzt bietet die IHK-Organisation ein Netzwerk vieler verschiedener Kontakte – und damit wertvolle Erfahrungen und Tipps von anderen Unternehmern.

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