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EU-Kommission vergibt 720 Millionen Euro für Wasserstoffprojekte

Pilot-Auktion soll Grundstein für Wasserstoffhochlauf legen
Wasserstofftanks

In der EU soll ein Markt für grünen Wasserstoff entstehen

© Scharfsinn86 / iStock / Getty Images Plus

Am 30. April veröffentlichte die EU-Kommission die Ergebnisse der erstmaligen EU-weiten Auktion von erneuerbarem Wasserstoff. Vergeben wurden insgesamt 720 Millionen Euro für sieben Projekte. Eine zweite Auktionsrunde soll Ende des Jahres starten.

Die Auktion, die vom 23. November 2023 bis zum 8. Februar 2024 ging, stieß auf großes Interesse: Insgesamt gingen 132 Projektangebote aus 17 europäischen Ländern ein. Die Europäische Agentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) hat am Ende jedoch nur sieben Projekte zur Produktion von erneuerbarem Wasserstoff ausgewählt. Grund dafür ist das beschränkte Budget von etwa 720 Millionen Euro. Finanziert wird die Projektunterstützung aus dem Innovationsfonds, der sich wiederum auf die Einnahmen des EU-Emissionshandelssystems stützt. 

Insgesamt sollen die ausgewählten Projekte über eine elektrische Leistung von 1,5 Gigawatt an Elektrolyseurkapazität verfügen und voraussichtlich über einen Zeitraum von zehn Jahren 1,58 Millionen Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren und somit den ersten Grundstein für die grüne Wasserstoffproduktion in Europa legen. 

Die Angebote zur Projektförderung reichten von 0,37 Euro bis zu der Höchstgrenze von 4,5 Euro pro Kilogramm produziertem Wasserstoff. Ausgewählt wurden wettbewerbsfähige Angebote zwischen 0,37 Euro und 0,48 Euro Förderung pro Kilogramm. Die Projekte befinden sich in Spanien, Portugal, Finnland und Norwegen. 50 Prozent des insgesamt eingereichten Wasserstoffvolumens wurden für weniger als einen Euro pro Kilogramm Förderung angeboten. Gleichzeitig lagen die durchschnittlichen Levelized Cost of Hydrogen (LOCH), also der Kostenwert pro erzeugter Einheit Wasserstoff über die gesamte Lebensdauer einer Erzeugungsanlage, deutlich über die beantragten Fördersumme. Sie reichten von 5,30 Euro pro Kilogramm bis zu 13,50 Euro pro Kilogramm. 

Die ausgewählten Projekte müssen spätestens fünf Jahre nach Unterzeichnung der Finanzhilfevereinbarung mit der Erzeugung beginnen. Sie werden bis zu zehn Jahre lang mit der gewährten Beihilfe gefördert. 

Deutsche Projekte wurden im Rahmen der EU-Auktion nicht ausgewählt. Die Bundesregierung plant jedoch im Rahmen der EU-Wasserstoffbank nationale Mittel in Höhe von 350 Millionen Euro für "die am höchsten eingestufte Projekte in Deutschland" bereitzustellen. Die Auswahl muss noch von den Behörden bekannt gegeben werden. Mithilfe der Fördersumme sollen zusätzliche 90 Megawatt Elektrolysekapazität geschaffen werden. 

Die nächste Auktionsrunde wird voraussichtlich Ende 2024 starten. Die Kommission hat überarbeitete Entwürfe der Geschäftsbedingungen für die zweite Auktionsrunde zur schriftlichen Konsultation der Interessengruppen veröffentlicht, die in einem Stakeholder-Workshop am 12. Juni 2024 diskutiert werden.

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Josephine Möslein Referatsleiterin Europäische Energie- und Klimapolitik

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Louise Maizières
Louise Maizières Referatsleiterin für Wasserstoff, Wärme und alternative Antriebe