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Bundeshaushalt schloss 2020 mit hohem Defizit ab

Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie prägten den Haushalt 2020
Frau tippt etwas in den Taschenrechner ein

© Tom Werner / Digital Vision / Getty Images

Der Bundeshaushalt 2020 schloss zum ersten Mal seit sieben Jahren mit einem Defizit ab. Die zum Ausgleich erforderliche Nettokreditaufnahme (NKA) betrug rund 130,5 Mrd. Euro.

Die tatsächliche Nettokreditaufnahme von 130,5 Mrd. Euro blieb deutlich unter der erwarteten und im Zweiten Nachtragshaushalt 2020 vom Bundestag genehmigten Nettokreditaufnahme von 217,8 Mrd. Euro. Auch mit der geringeren Nettokreditaufnahme von 130,5 Mrd. Euro wurde die laut Schuldenbremse zulässige NKA überschritten. Deshalb hatte der Bundestag bei Verabschiedung des Zweiten Nachtragshaushaltes eine Tilgungsverpflichtung verabschiedet. Die endgültige Berechnung des ab 2023 zu tilgenden Betrages erfolgt zum 1. September 2021.

Niedrigste Steuerfinanzierungsquote 

Die Ausgaben stiegen 2020 gegenüber dem Vorjahr um 28,7 Prozent an und die Steuereinnahmen gingen um 13,9 Prozent kräftig zurück. Im Jahr 2020 wurden nur noch 64,1 Prozent der Ausgaben des Bundeshaushalts durch Steuereinnahmen gedeckt. Im Jahr 2019 waren es noch 95,9 Prozent gewesen. Diese Steuerfinanzierungsquote 2020 ist die niedrigste des Bundes in einem Haushaltsjahr.

Die investiven Ausgaben erreichten im Bundeshaushalt 2020 eine Höhe von 50,3 Mrd. Euro und damit einen Anteil von 11,4 Prozent an den Gesamtausgaben. Die Investitionsausgaben des Jahres 2019 wurden um rund ein Drittel überschritten. Im Haushalt eingestellt waren rd. 71,3 Mrd. Euro. In den Investitionen des Bundeshaushaltes sind auch die Finanzhilfen enthalten. Da vor allem die Finanzhilfen an die Unternehmen zu einem deutlichen Teil 2020 noch nicht ausgezahlt wurden, ergaben sich Minderausgaben von rund 20,9 Mrd. Euro. Da dieses Ergebnis bereits in den Beratungen zum Bundeshaushalt 2021 absehbar war, wurde insbesondere die Etatpositionen „Finanzielle Hilfen an Unternehmen“ nochmals um fast 40 Mrd. Euro aufgestockt und beläuft sich für 2021 auf rund 80 Mrd. Euro.

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Porträtfoto Malte Weisshaar
Malte Weisshaar Referatsleiter Steuern in der EU | EU-Haushalt | Energiesteuern