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Arbeitsmarktrelevante Kompetenzen für den digitalen und ökologischen Wandel

Quantitative Ziele für Weiterbildung und Umschulung vorgeschlagen
Junge Frau folgt Lehrerin am Laptop

Für den Wiederaufbau nach Corona setzt die Kommission auch auf den Zukunftsbereich Bildung

© Ridofranz / iStock / Getty Images Plus

Die Europäische Kommission stellt arbeitsplatzrelevante Kompetenzen für einen nachhaltigen Aufschwung nach der Corona-Pandemie in den Mittelpunkt ihrer am 1. Juli vorgeschlagenen "Europäischen Kompetenzagenda für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Resilienz".

Unternehmen benötigten Arbeitskräfte, die über die relevanten Kompetenzen für den ökologischen und digitalen Übergang verfügen. Sie müssten in der Lage sein, an den entsprechenden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Dazu schlägt die Kommission vor:

  • "Pakt für Kompetenzen" von allen öffentlichen und privaten Interessenträgern mit den wichtigsten Grundsätzen für die Weiterbildung und Umschulung der Arbeitskräfte insbesondere in den Sektoren Gesundheit, Baugewerbe, Automobilindustrie und Verkehr sowie Tourismus
  • Empfehlungsvorschlag zur beruflichen Aus- und Weiterbildung, um junge Menschen und Erwachsene mit den notwendigen arbeitsmarktrelevanten Fähigkeiten auszustatten und auch die "digitale Reife" der nationalen Berufsbildungssysteme und ihrer Lehrkräfte zu verbessern
  • gezielte Förderung des Kompetenzerwerbs mit einem Kernprofil grüner Kompetenzen, die Förderung digitaler Kompetenzen sowie Kompetenzen in den MINT-Fächern und unternehmerische Fähigkeiten
  • Prüfung einer möglichen EU-Initiative für individuelle Lernkonten
  • Kommissionsinitiative zur Förderung der Qualität, der Transparenz und des Einsatzes von "Micro-Credentials"(Lernergebnisse bezogen auf kleine Lerneinheiten in Form eines Zertifikats)
  • Kompetenzen für das Leben durch Erwachsenenbildung für alle zu Themen wie Medienkompetenz, Bürgerkompetenzen sowie Finanz-, Umwelt- und Gesundheitskompetenz
  • neue Europass-Plattform in Form eines Online-Tools zur Darstellung von Kompetenzen

Ein Kernelement für die neue Europäische Skills Agenda soll die Festsetzung mehrerer quantitativer Kompetenzziele sein:

  • Ein Kernelement für die neue Europäische Skills Agenda soll die Festsetzung mehrerer quantitativer Kompetenzziele sein: bis 2025 jährliche Teilnahme von 120 Millionen Erwachsenen in der EU an Bildungsmaßnahmen, das sind 50 Prozent der erwachsenen EU-Bevölkerung
  • bis 2025 Teilnahme von 14 Millionen gering qualifizierten Erwachsenen in der EU jährlich an Bildungsmaßnahmen (30 Prozent dieser Gruppe)
  • bis 2025 sollten zwei Millionen beziehungsweise jeder fünfte Arbeitssuchende in der EU eine aktuelle Lernerfahrung gemacht haben
  • bis 2025 sollten 230 Millionen Erwachsene in der EU (70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung) mindestens über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen.

Bei der Schaffung der notwendigen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen setzt die Kommission den Schwerpunkt auf kollektives Handeln von Mitgliedstaaten, Unternehmen, Sozialpartnern und anderen relevanten Interessenträgern wie Kammern. Um die Maßnahmen umzusetzen und die Ziele der Kompetenzagenda zu erreichen, benötigt die EU nach Schätzungen der Kommission jährliche öffentliche und private Investitionen in Höhe von circa 48 Milliarden Euro.

Der DIHK hält den Ansatz der Kommission, für den Wiederaufbau nach Corona auf Investitionen und Initiativen in Zukunftsbereichen wie Bildung zu setzen, grundsätzlich für richtig. Wichtig sind dabei insbesondere die Förderung digitaler und unternehmerischer Kompetenzen und die Stärkung der Beruflichen Bildung in der EU. Der Bedarf der Unternehmen muss allerdings eine Richtschnur sein.

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Barbara Fabian Referatsleiterin EU-Bildungspolitik