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Beitritt der EU zum internationalen Biodiversitätsabkommen

Neue Sorgfalts- und Berichterstattungspflichten für Unternehmen
Wiese mit Wildblumen

Die 27 EU-Mitgliedsländer setzen sich für die Wiederherstellung der Natur und ihrer Vielfalt ein

© Mischa Keijser / Image Source / Getty Images

Während der UN-Biodiversitätskonferenz (COP15) in Kanada ist die EU gemeinsam mit 195 Staaten dem Biodiversitätsrahmenabkommen von Kunming und Montreal beigetreten. Das Abkommen umfasst globale Ziele und Vorgaben zum Schutz und zur Wiederherstellung einer intakten Natur. Begleitet wird dies durch umfangreiche Überwachungs-, Berichterstattungs- und Überprüfungsmechanismen zur Verfolgung der Fortschritte sowie einer Initiative, Investitionen in eine grüne Weltwirtschaft zu fördern. Dies bringt auch neue Auflagen für Unternehmen.

Ähnlich dem europäischen Green Deal ist das Ziel des Abkommens, zusammen mit dem Pariser Klimaübereinkommen die Welt bis zum Jahr 2050 klimaneutral und umweltfreundlich zu gestalten. Für die Wirtschaft ist dies bedeutend, da mehr als die Hälfte des globalen BIPs von Ökosystemdienstleistungen abhängen. Durch das Kunming-Montreal-Übereinkommen und seine ehrgeizigen Zielvorgaben soll eine ökologisch nachhaltige Nutzung festgelegt werden, die sicherstellt, dass die Natur der Gesellschaft und Volkswirtschaft auch in den kommenden Jahrzehnten noch eine Lebens- und Wirtschaftsgrundlage bieten kann.

Konkret sollen stufenweise bis 2030 und 2050 30 Prozent der weltweit geschädigten Land- und Meeresökosysteme wiederhergestellt und unter Schutz gestellt werden. Darüber hinaus soll die Umweltverschmutzung so weit reduziert werden, dass keine Gefahr mehr für die Ökosystemfunktionen oder biologische Vielfalt besteht. Zudem soll die Bewirtschaftung von Agrarflächen nachhaltig und der globale Konsumfußabdruck, durch eine Verringerung von Überkonsum, Abfallaufkommen und der Lebensmittelverschwendung, minimiert werden.

Große und multinationale Unternehmen werden direkt eingebunden, indem sie Risiken, Abhängigkeiten und Auswirkungen ihrer Tätigkeiten auf die biologische Vielfalt regelmäßig überwachen, bewerten und offenlegen müssen. Ebenso müssen verbraucherrelevante Informationen veröffentlicht werden, um den nachhaltigen Konsum zu fördern.

Weiterhin sollen Finanzmittel aus öffentlichen sowie privaten Quellen mobilisiert werden und Anreize für Investoren und Unternehmen geschaffen werden nachhaltig zu wirtschaften. Gleichzeitig sollen staatliche Subventionen, die der biologischen Vielfalt schaden, ermittelt und bis 2030 abgeschafft werden.

Im nächsten Schritt müssen alle Vertragspartner den beschlossenen Rahmen in ihre nationalen Strategien und Aktionspläne für biologische Vielfalt entsprechend einarbeiten und umsetzen. Bei der nächsten Konferenz im Jahr 2024 wird geprüft, ob die Wirkung der getroffenen Maßnahmen ausreicht, um die globalen Ziele und Vorgaben für 2030 und 2050 zu verwirklichen.


Kontakt

Porträtfoto Christoph Petri, Leiter der Projektbüros Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz
Christoph Petri Referatsleiter Umwelt- und Rohstoffpolitik