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Die Ergebnisse der Weltklimakonferenz COP27

Noch viel Spielraum zwischen globalen und europäischen Klimaambitionen
Die Welt aus der Vogelperspektive

Die Klimakonferenz hat einen Schadensfonds beschlossen, doch viele Teilnehmer hatten auf mehr Engagement beim Klimaschutz gehofft

© sankai / E+ / Getty Images

Bei der 27. UN-Klimakonferenz 2022 (COP27) fanden sich vom 6. bis zum 20. November Vertreterinnen und Vertreter von 197 Ländern zusammen, um in Ägypten Weichen für eine zügige Umsetzung des Pariser Klima-Abkommens zu stellen. Im Grundtenor der Veranstaltung werden die nicht ausreichenden Anstrengungen kritisiert.

Die Agenda der COP27 war prall gefüllt: eine bessere Unterstützung bei der Bewältigung von durch den Klimawandel verursachten Schäden und Verlusten in Entwicklungsländern, ein Arbeitsprogramm zur Minderung von Treibhausgasen und Minderung globaler Emissionen bis 2030, sowie Gespräche über die Anpassungen an die Folgen des Klimawandels, speziell beim Ausbau von Resilienz.

Ein bedeutendes Ergebnis ist die Einigung der Teilnehmerländer auf einen Fonds für Schäden und Verluste, welcher bereits ab nächstem Jahr in Kraft treten soll. Dieser stellt Geld für besonders vom Klimawandel gefährdete Entwicklungsländer zur Verfügung und soll auch zusätzliche finanzielle Mittel aus unterschiedlichen Quellen, wie der Weltbank oder dem Internationalen Währungsfonds, bereitstellen. Es wird die Aufgabe des ebenso beschlossenen Übergangsausschusses sein, zu prüfen, ob und wie die Gruppe der Beitragszahler erweitert wird – insbesondere mit Blick auf die Rolle Chinas als einer der größten Emittenten weltweit und seinem bisheriger Status als Entwicklungsland.

In Hinblick auf die Ziele der Erderwärmung gab es nur kleine Fortschritte im Vergleich zu der letztjährigen Klimakonferenz in Glasgow: Im Arbeitsprogramm zur Treibhausgasminderung konnte das 1,5-Grad-Ziel gehalten werden. Es fordert zudem eine sektorale Betrachtung der Treibhausgasminderungen sowie eine jährliche Berichterstattung über die Fortschritte. Das Programm läuft bis 2026 mit Option auf Verlängerung.

Weitreichendere von der EU geforderte Ziele wie die Festsetzung eines Emissionspeaks im Jahr 2025 in den Abschlusstext konnten nicht durchgesetzt werden. In der abschließenden Mantelentscheidung wurde stattdessen das Auslaufen der Kohle sowie die Abschaffung "ineffizienter" Subventionen für fossile Brennstoffe, wie bereits in Glasgow beschlossen, wiederholt bestätigt. Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 43 Prozent der globalen Emissionen im Vergleich zu 2019 reduziert werden und emissionsarme (Gas und Atomkraft) sowie erneuerbare Energien ausgebaut werden. Nicht geeinigt werden konnte sich über ein Phase-Out der fossilen Energieträger, wie sie eine Allianz von 80 Staaten, darunter die USA, Indien und die EU, gefordert hatten.

Daneben konnten auch Zusagen zu weiteren finanziellen Unterstützungsleistungen getroffen werden. Eine tragende Rolle spielten beispielsweise potenzielle Einsparungen in Verbindung mit grünem Wasserstoff in Diskussionen rund um erneuerbare Energien. So kündigte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze an, weitere 550 Millionen Euro für die Entwicklung einer grünen Wasserstoff-Wirtschaft bereitzustellen.

Zwar hat die COP keine Kompetenz, rechtsverbindliche Regulationen zu verabschieden, bietet dafür aber eine Plattform für einen richtungsweisenden, globalen Austausch und Kollaborationen. Die angestrebten Investitionen schaffen außerdem auch die Grundlage für neuen industrielle Prozesse, innovative Produkte und Dienstleistungen weltweit.

Kontakt

Porträtfoto Josephine Möslein
Josephine Möslein Referatsleiterin Europäische Energie- und Klimapolitik