Pfadnavigation

Digitale Bildung: EU-Kommission startet strukturierten Dialog mit den Mitgliedstaaten

Betriebliche Fachkräftesicherung benötigt dringend digitale Kompetenzen
Aufgeschlagenes Buch, über dem stilisierte Digital-Informationen wirbeln

Digitale Bildung und Kompetenzen als Eckpfeiler des digitalen Wandels

© PM Images / Stone / Getty Images

In ihrer Rede zur Lage der Union 2021 hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den digitalen Übergang als eine der Hauptprioritäten der Europäischen Kommission hervorgehoben. Der digitale Übergang benötigt in den Unternehmen Fach- und Führungskräfte mit guten digitalen Kompetenzen und ein starkes digitales Bildungssystem.

Die EU hat sich bis 2030 zum Ziel gesetzt, 80 Prozent ihrer Menschen digital zu bilden und 20 Millionen IKT-Spezialisten zu beschäftigen.

Der von der EU-Kommission Ende September 2020 vorgelegte Aktionsplan digitale Bildung sieht dazu zwei Arbeitsschwerpunkte mit insgesamt 14 Maßnahmenvorschlägen vor:

  • Förderung der Entwicklung eines leistungsfähigen digitalen Bildungsökosystems
  • Ausbau digitaler Kompetenzen und Fertigkeiten für den digitalen Wandel

Für die konkrete Umsetzung des Aktionsplans hat die Kommission im Oktober angekündigt, dazu einen strukturierten Dialog mit den Mitgliedstaaten einzuleiten. Die Gespräche sollen demnächst beginnen, bis Ende 2022 dauern und die Grundlage für weitere Maßnahmen der Kommission im Bereich digitale Bildung und Kompetenzen bilden. Auf diesem Wege soll gemeinsam ein Konsens über die Kernelemente einer effektiven digitalen schulischen und beruflichen Bildung in der EU erarbeitet werden.

An dem strukturierten Dialog sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, von Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen, von Infrastrukturanbietern, Wirtschafts- und Sozialpartnern sowie der Zivilgesellschaft teilnehmen können.

Parallel dazu hat die Kommission am 19. Oktober bei der Präsentation ihres Arbeitsprogrammes 2022 die Vorlage von zwei Empfehlungsvorschlägen für eine bessere Vermittlung digitaler Kompetenzen in der allgemeinen und Beruflichen Bildung und zu Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche digitale Bildung angekündigt.

Die betriebliche Fachkräftesicherung benötigt gut ausgebildete junge Menschen. Digitale Kompetenzen werden dabei immer wichtiger. Laut Ausbildungsumfrage 2019 des DIHK bei mehr als 12.000 Ausbildungsunternehmen sind für 77 Prozent der Betriebe die IT-Kenntnisse der Jugendlichen ein wichtiges Einstellungskriterium.

Spielerischer Umgang der Jugendlichen mit digitalen Anwendungen allein genügt jedoch nicht. So kommen Jugendliche zwar als "digital natives" in die Betriebe, bringen aber häufig nicht die erforderliche Sensibilität im Umgang mit Daten und dem Datenschutz mit. Knapp 50 Prozent der Betriebe schätzen die Datenschutzkenntnisse ihrer Azubis als zu niedrig ein.

Kontakt

Avatar weiblich
Barbara Fabian Referatsleiterin EU-Bildungspolitik