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Digitale Kompetenzen: Bessere Ausbildungsangebote und Berufsmöglichkeiten notwendig

Unternehmen klagen über Fachkräftemangel
Mann und Frau in Werkhalle an einem Bildschirm

Digitale Kompetenzen sind gefragt

© Tom Werner / Stone / Getty Images

In ihrem am 11. November vorgelegten Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) präsentiert die EU-Kommission auch Ergebnisse zum Stand der digitalen Kompetenzen in der EU. 2020 klagten 55 Prozent der Unternehmen über Schwierigkeiten bei der Einstellung von IT-Spezialisten.

Laut DESI, der Daten aus dem ersten und zweiten Quartal 2020 enthält, verfügen 56 Prozent der Menschen in der EU über mindestens grundlegende digitale Kompetenzen. Ein leichter Anstieg ist bei der Zahl der angestellten IT-Fachkräfte von 7,8 Millionen 2019 auf 8,4 Millionen in 2020 zu verzeichnen.

Um die selbstgesteckten Ziele der EU in Bezug auf digitale Kompetenzen zu erreichen – 80 Prozent der 16- bis 74-Jährigen sollen bis 2030 mit grundlegenden digitalen Kompetenzen ausgestattet und 20 Millionen IT-Fachkräfte ausgebildet sein –, müssen demnach Ausbildungsangebote und Berufsmöglichkeiten verbessert werden. Einen wichtigen Beitrag sollen dazu die nationalen Aufbau- und Resilienzpläne der Mitgliedstaaten leisten, in denen knapp 20 Prozent der Investitionen im digitalen Bereich für digitale Kompetenzen bestimmt sind.

Ergänzend zum DESI-Bericht hat die EU-Kommission einen Fortschrittsanzeiger für Frauen im digitalen Index veröffentlicht. Er belegt, dass bei den digitalen Fachkompetenzen und Berufen nach wie vor ein erhebliches geschlechtsspezifisches Gefälle besteht. So sind europaweit nur 19 Prozent der IT-Fachkräfte und nur etwa ein Drittel der Absolventen in Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen und Mathematik weiblich. Deutschland liegt hier auf Platz elf hinter den skandinavischen und baltischen Staaten, aber auch Ländern wie Irland, den Niederlanden, Luxemburg, Spanien und Frankreich.

Bei den IHK-Ausbildungsberufen liegt der Frauenanteil laut DIHK-Ausbildungsstatistik bei Informatikkaufmann/-frau bei circa 15 Prozent, bei Fachinformatiker/-in bei knapp 10 Prozent und bei IT-Systemelektroniker bei knapp 6 Prozent.  

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Barbara Fabian Referatsleiterin EU-Bildungspolitik