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Einigung über künftige Nachhaltigkeitsberichterstattung

Mehr Berichtspflichten für Unternehmen
Eine Person wertet Schaubilder aus

Für bessere Vergleichbarkeit sollen die Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen standardisiert werden

© NicoElNino / iStock / Getty Images Plus

Alle großen Unternehmen gemäß der Rechnungslegungsrichtlinie und gelistete KMU, ausgenommen Kleinstunternehmen, sind künftig verpflichtet, einen ausführlichen Nachhaltigkeitsbericht unter Berücksichtigung der noch zu entwickelnden Standards zu erstellen.

Das Europäisches Parlament und der Rat der EU haben sich am 21. Juni im Trilog auf die künftige CSR-Richtlinie (CSRD) geeinigt. Während die bisher berichtspflichtigen Unternehmen bereits für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2024 beginnen, die neuen Regelungen berücksichtigen müssen, werden sie für die darüber hinaus erfassten Unternehmen erst für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2025 beginnen, gelten. Gelistete kleine und mittlere Unternehmen sind grundsätzlich ab Geschäftsjahr 2026 verpflichtet, können jedoch bis 2028 von der Nachhaltigkeitsberichtserstattung absehen. Sie müssen jedoch erklären, warum sie diese nicht erstellt haben. Darüber hinaus werden auch bestimmte Mutterunternehmen zu einem konsolidierten Lagebericht verpflichtet und mittels Sondervorschriften bestimmte Versicherungsunternehmen und Kreditinstitute sowie Unternehmen aus Drittstaaten in den Anwendungsbereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung mit einbezogen.

Die CSRD gibt künftig vor, dass die sehr umfangreichen Nachhaltigkeitsinformationen in einem separaten Abschnitt des Lageberichts im so genannten electronic reporting format (ESEF) aufgenommen, getaggt und geprüft werden müssen. Bis zum 30. Juni 2023 soll die EU-Kommission die für Unternehmen verbindlichen Standards in delegierten Rechtsakten vorlegen. Delegierte Rechtsakte, die u. a. die branchenspezifischen Informationen aufnehmen, über die Unternehmen zu berichten haben, sollen bis 30. Juni 2024 vorliegen. Ebenfalls bis Ende Juni 2024 soll auch der Standard für gelistete kleine und mittlere Unternehmen entwickelt sein. Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) hat bereits die ersten Standardentwürfe vorgelegt und zur Diskussion gestellt.

Die sogenannte CSRD enthält darüber hinaus auch Änderungen der Transparenzrichtlinie 2004/109/EG, um auch alle in der EU-notierten Unternehmen zu erfassen, der Abschlussprüferrichtlinie 2006/43/EG und der Abschlussprüferverordnung 537/2014. Rat und EU-Parlament müssen die CSRD noch formal verabschieden.

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Porträtbild Annika Böhm, Referatsleiterin Gesellschafts- und Bilanzrecht
Annika Böhm Referatsleiterin Gesellschafts- und Bilanzrecht