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Energiepreise: ACER hält aktuelles Strommarktdesign für effizient

Anpassungen aufgrund der steigenden Preise notwendig
Strommasten im Sonnenaufgang

Hohe Strompreise bereiten den EU-Mitgliedstaaten große Sorgen

© Anton Petrus / Moment / Getty Images

Die europäische Agentur der nationalen Energieregulierungsbehörden ACER hat im Auftrag der Europäischen Kommission eine Bewertung des Strommarktdesigns vorgelegt. Einige Mitgliedstaaten der EU forderten in Reaktion auf die hohen Strompreise über die letzten Monate strukturelle Anpassungen.

Der finale Bericht der Agentur wird im April 2022 erwartet. In einer am 15. November vorgelegten vorläufigen Bewertung kommen die Regulierungsbehörden zu dem Schluss, dass das aktuelle Strommarktdesign zu geringeren Kosten für die Verbraucher führt als alternative Modelle. Insbesondere hält ACER es für wirtschaftlich effizient, dass die Grenzkosten des letzten Kraftwerks, das in der Merit-Order zum Zug kommt, den Großhandelspreis setzt.

Einige Mitgliedstaaten hatten über die letzten Monate gefordert, von diesem Prinzip abzuweichen, da die oftmals preissetzenden Gaskraftwerke aufgrund der sehr hohen Brennstoffkosten die Preise an den Strombörsen in die Höhe treiben.

ACER unterstreicht in seinem Bericht, dass die Grenzpreisgestaltung es den Kraftwerksbetreibern ermögliche, hohe Kapitalkosten zu decken. Zudem steige die Bedeutung von Preisspitzen am Strommarkt in einem immer stärker von volatilen erneuerbaren Energien geprägten Stromsystem, da diese Anreize für die Bereitstellung von Flexibilität setzen würden.

Trotz des klaren Bekenntnisses zum bestehenden Strommarktdesign kündigt die Agentur an, in ihrer umfassenderen Analyse die Notwendigkeit einer Fortentwicklung des Strommarktdesigns zu prüfen. So würde vor allem untersucht, ob das Strommarktdesign weiter ausreichende Investitionsanreize setze, wenn vermehrt Erzeugungstechnologien mit geringen Betriebskosten (Kernenergie, Windkraft, PV, ...) den Strommix dominieren. ACER kündigt an, die Vor- und Nachteile gestärkter Hedging-Instrumente, liquiderer Futures-Märkte, Differenzkontrakte und/oder einer Erleichterung "langfristiger Lösungen" zu prüfen.


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Porträtfoto Julian Schorpp
Julian Schorpp Referatsleiter Europäische Energie- und Klimapolitik