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EP fordert Talentpool für Arbeitnehmer und Zulassung für Unternehmer aus Drittstaaten

Bekämpfung des Fachkräftemangels und Förderung des Unternehmertums
Frau mit Bauhelm an einer Magnettafel

EU-Talentpools soll Arbeitnehmer aus Drittländern mit potenziellen Arbeitgebern in der EU zusammenbringen

© Nitat Termmee / Moment / Getty Images

Um dem aktuellen Fachkräftemangel entgegenzuwirken, schlägt das Europäische Parlament (EP) in seiner Entschließung "Politik und Gesetzgebung für legale Migration" neue Wege für legale Migration und Arbeitsmöglichkeiten für Drittstaatenangehörige auf dem EU-Arbeitsmarkt vor.

Die Entschließung sieht ein unionsweites Zulassungssystem für mittel- oder geringqualifizierte Drittstaatenangehörige sowie einen Rahmen für die Anerkennung ihrer Qualifikationen und Kompetenzen vor. Ziel ist es, den betrieblichen Arbeitskräftemangel in den Mitgliedstaaten anzugehen.

Die Abgeordneten schlagen dazu die Einrichtung eines EU-Talentpools vor: Arbeitnehmer aus Drittländern sollen mit potenziellen Arbeitgebern zusammengebracht werden, nachdem sie einen von der EU geförderten transparenten Bewerbungs- und Vorabprüfungsprozess durchlaufen haben. Innerhalb des EU-Talentpools soll auch ein EU-Netzwerk für Talente in Fernarbeit eingerichtet werden, um Drittstaatenangehörigen zu ermöglichen, in einem anderen Mitgliedstaat zu arbeiten als dem, in dem sie ihren Wohnsitz haben. Die Kommission soll dazu einen Rahmen für Fachkräftepartnerschaften zwischen Mitgliedstaaten und Drittländern für Drittstaatenarbeitnehmer aller Qualifikationsniveaus erarbeiten, um einen weiteren legalen Weg für die Arbeitsmigration in die EU zu schaffen.

Darüber hinaus will das EP über ein EU-weites Zulassungssystem auch drittländischen Selbstständigen oder Unternehmerinnen und Unternehmern, die kleine oder mittlere Unternehmen und Start-ups gründen, den Weg in die EU ermöglichen. Dazu soll ein für fünf Jahre gültiges Visum für die mehrfache Einreise eingeführt werden, das Aufenthalte von bis zu 90 Tagen ermöglicht. Die EU-Kommission hat bis zum 31. Januar 2022 Zeit, entsprechende Gesetzesvorschläge zur Erleichterung und Förderung der Einreise in die EU vorzulegen.

Der am 22. November veröffentlichte DIHK-Fachkräftereport, der auf Antworten von rund 23.000 Unternehmen basiert, zeigt, dass der Fachkräftemangel für die Unternehmen das derzeit größte Geschäftsrisiko ist. 51 Prozent der Firmen können demnach Stellen zumindest teilweise nicht besetzen, weil sie keine passenden Arbeitskräfte finden. Deshalb können sie oft Aufträge nicht mehr annehmen.

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Barbara Fabian Referatsleiterin EU-Bildungspolitik