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Erwachsenenbildung: EU will Teilnahme und Angebote steigern

Maßnahmen auch für die betriebliche Fachkräftesicherung
Junge Dozentin steht an einem Tisch, an dem ältere Menschen mit Laptops sitzen

Ungefähr ein Fünftel der Erwachsenen in der EU verfügt nicht über eine abgeschlossene Ausbildung

© Monkeybusinessimages / iStock / Getty Images Plus

Die EU-Bildungsminister haben auf ihrer Ratstagung am 29. November eine Entschließung zu einer neuen europäischen Agenda für Erwachsenenbildung verabschiedet, um die Teilnahme von Erwachsenen (25-64 Jahre) an Bildungsangeboten zu steigern.

In der Entschließung wird eine neue Lernkultur angestrebt, in der kontinuierlich die relevanten Grundkompetenzen für die gesellschaftliche Teilnahme sowie auch die für die Arbeitswelt erforderliche Qualifikations- und Kompetenzniveaus erreicht werden können.

Gemäß der EU-Arbeitskräfteerhebung 2019 von Eurostat lag die Teilnahme von Erwachsenen im EU-weiten Durchschnitt vor der Corona-Pandemie ­bei nur 10,8 Prozent in den letzten vier Wochen vor der Erhebung. Bis 2025 sollen nun mindestens 47 Prozent der Erwachsenen in den vorausgegangenen 12 Monaten und bis 2030 mindestens 60 Prozent der Erwachsenen Bildungsangebote genutzt haben.

Die neue Lernkultur soll auch die Entwicklung notwendiger Kompetenzen für den digitalen und grünen Wandel, eine verbesserte Medienkompetenz, mehr Umweltbewusstsein und digitales (integriertes, hybrides et cetera) Lernen fördern.  Laut einem aktuellen Bericht des europäischen Bildungsinformationsnetzwerkes Eurydice verfügen etwa ein Fünftel der Erwachsenen in der EU über keine abgeschlossene Ausbildung oder höhere Sekundarbildung und ein erheblicher Anteil nur über geringere Lese-, Schreib- und Rechen- sowie digitale Kompetenzen.

Die Beteiligung an der Erwachsenenbildung und die Hebung ihres Bildungs- und Qualifikationsniveaus soll insbesondere durch folgende Maßnahmen verbessert werden:

  • Verbindung von flexiblen formalen, nichtformalen und informellen Bildungswegen mit allen Arten und Ebenen der allgemeinen und Beruflichen Bildung einschließlich der Hochschulbildung
  • Ausweitung des Bildungsangebotes durch flexible Lernwege wie Abendunterricht, Teilzeitausbildung, Fernunterricht und integriertes Lernen und Kurzlehrgänge
  • Hebung des Status von betrieblichen Ausbildern und Lehrkräften und Förderung ihrer beruflichen Erstausbildung sowie ihrer fortlaufenden beruflichen Fort- und Weiterbildung
  • nachhaltige öffentliche Finanzierung sowie auch die Einbeziehung finanzieller und steuerlicher Anreize und anderer Sozialleistungen oder Kompensationsmaßnahmen auf Arbeitgeberseite

Für die politische Umsetzung und Bedarfsentwicklung an allgemeiner und Beruflicher Bildung sowie die Bereitstellung von Lernmöglichkeiten sollen auf nationaler Ebene Partnerschaften zwischen Regierungen, Unternehmen, regionalen und lokalen Behörden, Bildungs- und Berufsbildungsanbietern, Wirtschafts- und -Sozialpartnern sowie öffentlichen Beschäftigungs- und Sozialdiensten gebildet werden.

Der aktuelle DIHK-Fachkräftereport, der auf 23.000 Unternehmerantworten basiert, zeigt, dass der Mangel an qualifiziertem Personal für die Firmen das derzeit größte Geschäftsrisiko darstellt. 51 Prozent der Firmen können demnach Stellen zumindest teilweise nicht besetzen, weil sie keine passenden Arbeitskräfte finden. Deshalb können Firmen Aufträge nicht mehr annehmen.

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Barbara Fabian Referatsleiterin EU-Bildungspolitik