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EU-Kommission: Digitalisierungsbemühungen bei KMU trotz Covid-Pandemie erfolgreich

Kleinstunternehmen liegen weiter zurück
Töpferin mit Schürze tippt etwas in einen Laptop, der auf ihrer Werkbank steht

Kleinstunternehmen beschränken ihre Digitalisierungsanstrengungen meist auf grundlegende Digitaltechnologien

© Luis Alvarez / DigitalVision / Getty Images

In ihrem am 1. Juli vorgelegten Bericht zur Lage für kleine und mittlere Unternehmen stellt die EU-Kommission Fortschritte bei den Digitalisierungsbemühungen fest. Für das Jahr 2021 sieht sie eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage für diese Betriebe nach dem Einbruch 2020 voraus.

Unter dem Pandemiejahr 2020 habe auch der Mittelstand gelitten, heißt es in dem Bericht der EU-Kommission. Demnach sind die Unternehmen unterschiedlich stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen – je nach Mitgliedstaat und Branche. Insgesamt sei die Wertschöpfung durch die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) um 7,6 Prozent zurückgegangen. Zu den am stärksten betroffenen Branchen gehörten der Tourismus und die Transportbranche.

Die Zahl der Neugründungen sei im Vergleich zu 2019 stark zurückgegangen. Für 2021 sieht die Kommission eine Erholung voraus – wenn auch unter Verweis auf die Unvorhersehbarkeit der weiteren Entwicklung der Pandemie. Dennoch wird ein Zuwachs von 5,8 Prozent vorhergesagt.

Besonderen Fokus legt der Bericht auf die Digitalisierung. Im Vergleich zu anderen Ländern wie Norwegen und das Vereinigte Königreich liegen die europäischen Unternehmen demnach in der Digitalisierung noch zurück. Hier bestehe vor allem ein beachtlicher Unterschied zwischen KMU und Kleinstunternehmen. Im Gegensatz zu den KMU beschränkten Kleinstunternehmen ihre Digitalisierungsanstrengungen in großen Teilen auf grundlegende Digitaltechnologien, während sie fortgeschrittenen Technologien nur eine geringe Bedeutung zuschreiben würden. In einer Umfrage, die vor der Covid-Pandemie durchgeführt wurde, seien 20,3 Prozent der Kleinstunternehmen der Überzeugung gewesen, dass keine Notwendigkeit für die Einführung von digitalen Technologien bestehe.

Für größere Unternehmen ist es nach dem Bericht wahrscheinlicher, dass sie einen Plan zur Digitalisierung entwickelt haben. Ein Zusammenhang zu stärkerer Nachhaltigkeit bestehe dabei nicht notwendig: nur 37 Prozent der Unternehmen hätten hierfür eine Strategie.  Als hauptsächliche Hürde für stärkere Bemühungen werde in erster Linie der Mangel an Verbrauchernachfrage für nachhaltige Produkte verantwortlich gemacht.

In Deutschland seien die KMU vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen. Der Bericht führt aus, die Unternehmen seien nur mäßig betroffen. Als große Herausforderung für Deutschland wird vor allem die seit 2005 stetig fallende Innovationsrate angeführt. Vor allem im Digitalsektor gäbe es nur wenig Investitionsfreude und Neugründungen.

Den Bericht zur Lage der KMU legt die EU-Kommission jährlich vor. Durch ihn wird die Umsetzung der KMU-Strategie und des Small Business Act (SBA) durch die Mitgliedstaaten überwacht und bewertet.

Der Bericht kann auf der Website der EU-Kommission abgerufen werden.

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Christopher Gosau Referatsleiter Europäische Wirtschaftspolitik