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EU-Kommission prüft Reform des Strommarktdesigns

Extreme Belastung für Unternehmen durch hohe Börsenstrompreise
Strommasten gegen blauen Himmel, die Leitungen sind rot eingefärbt, um Stromfluss zu symbolisieren

Wie muss der Stromgroßhandelsmarkt organisiert werden, damit die Sicherheit der Stromversorgung auch künftig garantiert ist?

© peterschreiber.media / iStock / Getty Images Plus

Die Europäische Kommission hat am 29. August angekündigt, das vorherrschende Strommarktdesign strukturell zu reformieren. Grund hierfür ist der Anstieg der Börsenstrompreise um das Zehnfachen im Vergleich zum Vorjahr, welche eine erhebliche Belastung für die Betriebe bedeuten.

Die Ursachen für den starken Preisanstieg sind vielfältig. Ein Treiber ist jedoch insbesondere der stark angestiegene Gaspreis. Dieser ist ausschlaggebend für die Erzeugungskosten des Stroms aus Gaskraftwerken und setzt somit den Preis für das Stromangebot an dem Spotmarkt und auch für Kraftwerke mit deutlich geringeren variablen Kosten als beispielsweise erneuerbare Energien. Durch den starken Anstieg der Strompreise ist die EU als Standort stark gefährdet, da die Produktion durch die hohen Betriebskosten teilweise nicht mehr wirtschaftlich ist.

Die EU-Kommission sieht daher Bedarf, das vorherrschende Strommarktdesign zu ändern – entgegen der erst im April veröffentlichten Studie der Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER), die das Problem nicht im Strommarktdesign, sondern vielmehr in der Abhängigkeit fossiler Energieträger wie Gas sieht. Zum aktuellen Zeitpunkt werden verschiedene kurz- als auch mittelfristige Lösungen diskutiert, um den hohen Strom- und Gaspreisen schnell entgegenzuwirken. Am 9. September tagt dazu der EU-Energierat in einer außerordentlichen Sitzung.

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Porträtfoto Josephine Möslein
Josephine Möslein Referatsleiterin Europäische Energie- und Klimapolitik