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EU-Kommission stellt Wirtschaftsprognose für den Sommer 2020 vor

Daten für Mai und Juni: Tiefpunkt wahrscheinlich überwunden
Konjunktur-Charts , Handy, Tablet auf Schreibtisch

Schon im kommenden Jahr könnte es in der EU wieder bergauf gehen

© ipopba / iStock / Getty Images Plus

Die EU-Kommission hat am 7. Juli ihre Wirtschaftsprognose für den Sommer 2020 vorgestellt. Bedingt durch die Corona-Krise wird die EU-Wirtschaft demnach eine tiefe Rezession erleben.

Da die Lockerungen der Pandemie-Auflagen langsamer voranschreiten als die EU-Kommission in ihrer Frühjahrsprognose vermutet hatte, wurde diese nach unten korrigiert. Laut der neuen Prognose erleidet die Wirtschaft in der gesamten EU einen Rückgang um 8,3 Prozent, der aber von einem Anstieg um 5,8 Prozent im Jahr 2021 abgelöst wird. 

In der Sommerprognose 2020 wird darüber hinaus davon ausgegangen, dass die Wirtschaft des Euro-Währungsgebiets 2020 um 8,7 Prozent schrumpfen und 2021 dann um 6,1 Prozent wachsen wird. Der für 2020 prognostizierte Abschwung könnte also deutlich ausgeprägter sein als noch im Frühjahr vorhergesehen: Damals lagen die Prognosen bei minus 7,7 Prozent für das Euro-Währungsgebiet und minus 7,4 Prozent für die EU insgesamt. Daten für Mai und Juni lassen jedoch vermuten, dass der Tiefpunkt überwunden ist. 

Obwohl der Schock für die EU-Wirtschaft symmetrisch verlief, ergeben sich für die Produktionsrückgänge 2020 und die Erholungsphase 2021 durchaus erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Für Deutschland erwartet die EU-Kommission einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 6,25 Prozent in 2020 und ein Wachstum von 5,25 Prozent in 2021.

Die Inflationsaussichten bleiben stabil und wurden nicht korrigiert. Die Lebensmittel- und Ölpreise sind zwar angestiegen, werden aber durch schwächere wirtschaftliche Aussichten und Mehrwertsteuersenkungen ausgeglichen. Gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) wird die prognostizierte Inflationsrate für die EU 0,6 Prozent im Jahr 2020 und 1,3 Prozent im Jahr 2021 betragen.

Aus Sicht des DIHK kann ein klug gestalteter europäischer Wiederaufbaufonds einen Beitrag zu einer schnelleren Erholung der Wirtschaft leisten. Wird in die richtigen Zukunftsbereiche wie beispielsweise Innovation und Forschung in den Bereichen Digitalisierung und Klimawandel investiert, kann der Binnenmarkt neue Wachstumsimpulse erhalten.

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Christopher Gosau Referatsleiter Europäische Wirtschaftspolitik