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EU-Kommission veröffentlicht "Europäischen Innovationsanzeiger 2022"

Deutschland im europäischen Innovationsranking vom 7. auf den 9. Platz abgerutscht
bab-2021-09-27-EIT

Wie steht es um die Innovationsfähigkeit in Europa? Eine neue EU-Publikation gibt Antworten

© Ipopba/ iStock / Getty Images

In Sachen Innovation hat Deutschland laut European Innovation Scoreboard an Boden verloren. Das "Land der Ideen", wie es auf der gleichnamigen Innovationsplattform genannt wird, verfügt laut Scoreboard nicht über die optimalen Voraussetzungen für neue, kreative Ideen.

Die EU-Kommission hat am vergangenen Donnerstag den Europäischen Innovationsanzeiger 2022 veröffentlicht. Die Innovationsleistung der EU sei seit 2015 um etwa zehn Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2021 habe sich laut Angaben der EU-Kommission die Innovationsleistung 2022 in 19 Mitgliedstaaten verbessert und in acht Mitgliedstaaten verschlechtert. Schweden ist laut dem Ranking in diesem Jahr Innovationsführer in der EU.

Leistung der Innovationssysteme der EU-Mitgliedstaaten

© Quelle: European Innovation Scorebaord 2022, EU-Kommission

Verglichen mit dem EU-Durchschnitt liegen laut dem Europäischen Innovationsanzeiger globale Wettbewerber wie die Republik Korea, Kanada, die Vereinigten Staaten und Australien nach wie vor vor der EU. Die EU habe ihre Leistungslücke gegenüber diesen Ländern jedoch verringert und zog 2021 an Japan vorbei. China holt am stärkten auf und hat seine Innovationsleitung von 2015 bis 2022 um 24,9 Prozent gesteigert, während die EU im selben Zeitraum ihre Innovationsleitung lediglich um 9,9 Prozent verbessert hat. Die USA steigerten ihre Innovationsleistung um 7,4 Prozent.

Die EU im globalen Innovationsvergleich

© Quelle: European Innovation Scorebaord 2022, EU-Kommission

Deutschland liegt beim European Innovation Scoreboard 2022 nicht in der Spitzengruppe der "Innovation Leaders", sondern nur in der zweiten Gruppe der "Strong Innovators" und hat sich im Vergleich zu 2021 vom siebten auf den neunten Platz sogar leicht verschlechtert.

Laut dem Bericht gehört zu den Schwächen des deutschen Innovationssystems die geringe staatliche Unterstützung für Forschung und Entwicklung in Unternehmen, zu wenige Menschen mit einem höheren Bildungsabschluss, ein zu geringer Anteil von Menschen mit mehr als grundlegenden digitalen Fähigkeiten, zu geringe Ausgaben für Venture Capital und zu wenig Unterstützung für lebenslanges Lernen. Zu Deutschlands Stärken zählen unter anderem die Anzahl der Promovierten, der Beschäftigungsgrad in innovativen Unternehmen, Prozessinnovation in Unternehmen und die Mobilität von Forschenden.

Kontakt

Porträtfoto Christopher Gosau
Christopher Gosau Referatsleiter Europäische Wirtschaftspolitik