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EU-Kommission will mehr und bessere schulische Bildung und Qualität

Schulabgänger müssen ausbildungsfähig für Betriebe sein
Schule_Jugendliche arbeiten gemeinsam mit Tablet

Angesichts des drohenden Fachkräftemangels will die EU-Kommission die schulische Bildung stärken

© Tom Werner / DigitalVision / Getty Images

In ihrem am 30. Juni vorgelegten Vorschlag für eine Ratsempfehlung an die Mitgliedstaaten "Wege zum schulischen Erfolg" führt die EU-Kommission eine Reihe von Maßnahmen auf, mit denen frühe Schulabgänge verhindert und Leistungen bei den Grundkompetenzen wie Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften – insbesondere bei Schülerinnen und Schülern aus benachteiligten Verhältnissen – verbessert werden sollen. Diese Grundkompetenzen sind für Unternehmen wesentlich, um die jungen Menschen ausbilden zu können.

Die europäischen Schulsysteme hatten in den letzten Jahren schwierige Situationen zu bewältigen, darunter die Covid-19-Pandemie. Heute sind mehr als 3,2 Millionen junge Menschen in der EU im Alter von 18 bis 24 Jahren frühe Abgänger von der allgemeinen und beruflichen Bildung, und nur 84,3 Prozent der 20- bis 24-Jährigen haben die Sekundarstufe II, Abitur oder Berufsausbildung abgeschlossen. Die letzten PISA-Ergebnisse aus der Zeit vor der Pandemie von 2018 haben bereits gezeigt, dass ein Fünftel der 15-Jährigen in Europa nicht über ausreichende Lese-, Mathematik- oder Naturwissenschaftskompetenzen verfügt. Versäumnisse in der schulischen Ausbildung beeinträchtigen die Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen und damit die Verfügbarkeit von Fachkräften und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

Der Schwerpunkt der vorgeschlagenen Maßnahmen liegt auf der Prävention und der frühzeitigen Intervention. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das sogenannte "Wellbeing", das Wohlbefinden in der Schule. Davon ausgehend, dass sich dieses in erheblichem Maße auf die Bildungsergebnisse auswirkt, wird es als ein Schlüsselelement des schulischen Erfolgs identifiziert.

In der Empfehlung werden die EU und die Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, in die Infrastruktur, Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte sowie die Instrumente und Ressourcen zur Verbesserung der Inklusion, der Chancengleichheit und dem Wohlbefinden in Schulen zu investieren. Zur Finanzierung dieser Maßnahmen sollen die nationalen, wie auch die europäischen Finanzierungsquellen genutzt werden. Insbesondere Erasmus+, die Aufbau- und Resilienzfazilität, die Struktur- und Investitionsmittel der EU sowie das Instrument für technische Unterstützung und der Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds. Die EU-Kommission hat sich vorgenommen die Umsetzung der Empfehlung mit Peer-Learning-Aktivitäten und der Förderung des Austausches unter den Mitgliedstaaten zu unterstützen.

Weiterhin will sie eine Expertengruppe einsetzen, die sich mit Fragen des Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit in der Schule befassen wird. Der Empfehlungsvorschlag wird in den nächsten Monaten unter tschechischem EU-Ratsvorsitz mit den Mitgliedstaaten beraten werden.

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Barbara Fabian Referatsleiterin EU-Bildungspolitik