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EU verschärft Emissionsreduktionsziele

Stärkerer Innovationsdruck für Unternehmen
Schornstein einer Industrieanlage

EU verschärft ihre Vorgaben zur Minderung von Treibhausgasen

© Gerhard Pettersson / EyeEm / Getty Images

Während der UN-Klimakonferenz COP27 in Ägypten haben sich EU-Parlament, Rat und Kommission am 8. November auf eine Überarbeitung der Lastenteilungsverordnung (ESR) geeinigt.

Die ESR verpflichtet alle EU-Mitgliedstaaten zu der Minderung von Treibhausgasen und legt dafür nationale Ziele fest. Diese beziehen sich auf Sektoren wie Straßenverkehr, Beheizung von Gebäuden, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und kleine Industrieanlagen. Die ESR ist Teil des europäischen Fit-for-55-Pakets mit dem Ziel, Treibhausgasemissionen in Europa bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Die neuen Vereinbarungen sehen vor, Emissionsziele von nicht in den Emissionshandel integrierten Sektoren um 40 Prozent im Vergleich zu 2005 zu senken. Die betroffenen Sektoren machen 60 Prozent aller Treibhausgasemissionen in der EU aus. Die individuellen Ziele für Mitgliedstaaten orientieren sich am entsprechenden Pro-Kopf-BIP. So ergeben sich erhebliche Unterschiede wie zwischen Bulgarien (10-prozentige Senkung) und Deutschland (50-prozentige Senkung).

Emissionszertifikate werden zwar zwischen Staaten handelbar sein, jedoch darf sich dieser Handel auf höchstens 10 Prozent der Gesamtzertifikate beziehen. Ab 2026 steigt dieser Grenzwert auf 15 Prozent an. Außerdem können die Mitgliedstaaten ihre individuellen Ziele auch durch den Abbau von Treibhausgasen, die im Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF) generiert wurden, zu einem Teil erfüllen.

Für Unternehmen bedeutet das mehr Innovationsdruck. Dazu kommen speziell für Deutschland verschärfte Zielsetzungen zum Tragen, die die innereuropäische Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen könnten.

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Porträtfoto Josephine Möslein
Josephine Möslein Referatsleiterin Europäische Energie- und Klimapolitik