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Europäische Kommission verabschiedet Wasserstoffstrategie

Offenheit für verschiedene Herstellungsarten
Wasserstoff: Mann vor Edelstahl-Röhren

Übergangsweise sollen auch Anlagen für die Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas umgerüstet werden

© Opla / E+ / Getty Images

Die Europäische Kommission hat am 8. Juli 2020 ihre Wasserstoffstrategie vorgelegt. Am selben Tag wurde auch die "European Clean Hydrogen Alliance" gegründet. AnkerIn der Strategie unterstreicht die Kommission, dass die Ziele des Green Deal ohne Wasserstoff nicht zu erreichen sind.

Die Kommission geht in ihrer Strategie davon aus, dass bis zum Jahr 2024 vor allem Anwendungen in der Industrie dekarbonisiert werden sollen. Sechs Gigawatt Elektrolyseure könnten hierfür errichtet werden, um erneuerbaren "grünen" Wasserstoff zu produzieren.

Die Kommission setzt jedoch auch darauf, in einer Übergangsphase Anlagen zur Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas nachzurüsten, um das anfallende CO2 abzuscheiden und so "blauen" Wasserstoff zu produzieren. Bis 2030 sollen 40 Gigawatt Elektrolyseurleistung in der EU erreicht werden. Ab 2030 könnte Wasserstoff dann die Marktreife erlangen und im großen Maßstab in allen Sektoren zum Einsatz kommen, für die keine anderen CO2-Minderungsoptionen bestehen.

Bis 2030 rechnet die Kommission mit Investitionen in Elektrolyseure in Höhe von 24 bis 42 Milliarden Euro. Um Projekte zügig zu realisieren, will sich Brüssel der neu gegründeten "European Clean Hydrogen Alliance" bedienen. Das Forum aus Vertretern der Industrie, der Regierungen, regionaler und lokaler Behörden soll eine Liste konkreter Projekte erarbeiten.

Zudem plant die Kommission, im Bereich Wasserstoff "Wichtige Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse" zu ermöglichen. Das Instrument bietet einen förderlichen beihilferechtlichen Rahmen. Darüber hinaus sollen zahlreiche EU-Fördermittel zur Verfügung gestellt werden. International will die Kommission Energiepartnerschaften vorantreiben, um Wasserstoffimporten den Weg zu bereiten.

Der DIHK bewertet die Offenheit für verschiedene Herstellungsarten sowie die internationale Dimension positiv. Gleichzeitig empfiehlt der DIHK, aus den Fehlern der Energiewende im Stromsektor zu lernen und den Fokus auf einen effizienten Markthochlauf zu legen. Unternehmen können in einer Übergangshase bei der Umstellung ihrer Produktionsprozesse unterstützt werden. Der Ausstieg aus der Förderung sollte aber direkt mit angelegt sein. Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Dossier zum Green Deal.

Kontakt

Porträtfoto Julian Schorpp
Julian Schorpp Referatsleiter Europäische Energie- und Klimapolitik