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Europäischer Pakt für Kompetenzen zieht positive Bilanz nach einem Jahr

450 Partnerschaften in der EU für betriebliche Fachkräftesicherung
Elektromechaniker am Schaltkasten

Betriebliche Fachkräfte durch europäische Partnerschaften sichern

© Wsfurlan / Getty Images

Im November 2020 hatten die für Berufliche Bildung sowie Industrie zuständigen EU-Kommissare Nicolas Schmit und Thierry Breton im Rahmen der 5. Europäischen Woche der Berufsbildung und im Beisein europäischer Unternehmenschefs den Startschuss für einen "Pakt für Kompetenzen" in der EU gegeben.

Der Pakt zielt darauf ab, unter Einbindung von Unternehmen, Sozialpartnern, Wirtschaftskammern, Arbeitsagenturen, Behörden und Berufsbildungsakteuren konkrete Maßnahmen für die Weiterbildung und Umschulung von Arbeitskräften zu ergreifen, um so den digitalen und ökologischen Wandel besser zu bewältigen. Die eingebundenen Partner sollen dazu ihre Anstrengungen bündeln, Allianzen bilden sowie lokale und regionale Wachstumsstrategien ins Leben rufen.

Zum 1. Jahrestag des Paktes hat die EU-Kommission jetzt eine positive Bilanz gezogen. Insgesamt wurden europaweit 450 Kompetenzpartnerschaften geschlossen, um ca. 1,5 Millionen Beschäftigte weiterzubilden oder höher zu qualifizieren. Zu den Paktmitgliedern gehören große multinationale Unternehmen wie Nestle, SAP, Google, Cisco, Microsoft, FordEuropa und Hiitachi Europa, lokale Weiterbildungsanbieter, Wirtschaftskammern, kleine und mittlere Unternehmen, sektorale Clusterbildungen wie AVESAN Cleantech Cluster in Spanien und das "mare FVG" für Meerestechnologie in Italien, regionale Behören und Sozialpartner. Der  Beitritt zum Kompetenzpakt wird von einer Charta begleitet, in der die Partner ihre Vision für eine hochwertige Berufsbildung und lebenslanges Lernen festgeschrieben haben.

Die EU-Kommission will den Europäischen Kompetenzpakt insbesondere durch die Mitwirkung von mehr Unternehmen weiter stärken und ruft Betriebe zum Beitritt auf.  Unternehmen, die dem Pakt beitreten wollen, müssen die Prinzipien der Charta anerkennen und sich über ein Bewerbungsformular registrieren. Dabei wird ihnen empfohlen, möglichst konkrete Erklärungen zu geplanten Umschulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zu machen. Der Beitritt zum Pakt gibt Zugang zu Plattformen für Vernetzung, Wissensaustausch und Ressourcen. Außerdem wird die EU-Kommission Informationen und Orientierungshilfen zu Finanzierungsangeboten und Programmen der EU im Bereich Kompetenzen anbieten und will hierfür eine zentrale Anlaufstelle auf EU-Ebene einrichten.

In Deutschland hat die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage vom Oktober 2021 gezeigt, dass für knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen (zuvor 43 Prozent) den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko einstufen. Dies gilt vor allem für Branchen wie dem Bau, der Gastronomie, den Beherbergungsbetrieben oder den Logistikern.

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Barbara Fabian Referatsleiterin EU-Bildungspolitik