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Förderung kurzer Weiterbildungsangebote zum digitalen und ökologischen Wandel

Betriebe benötigen Fachkräfte mit den richtigen Kompetenzen
Grafisches Symbolbild: Frau steigt über stufenartig angelegte Module auf, im Hintergrund ein Lebenslauf

Mehrwert für Lernende und Arbeitgeber durch Microcredentials

© Elenabs / iStock / GettyImages Plus

Mit ihrem am 10. Dezember präsentierten Empfehlungsvorschlag "für einen europäischen Ansatz zu Microcredentials für lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit" will die EU-Kommission kurze Weiterbildungsangebote und kleinere Lernerfahrungen insbesondere für Beschäftigte in den Mitgliedstaaten voranbringen.

Microcredentials, die bisher vor allem in der akademischen Welt bekannt sind, bescheinigen Lernergebnisse, die im Rahmen einer kleineren Lernerfahrung, zum Beispiel einem kurzen Kurs oder einem Webinar, erzielt wurden.

Die EU-Kommission sieht darin ein flexibles und zielgerichtetes Instrument, das die Menschen beim Erwerb der Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen unterstützt, die sie für ihre berufliche und persönliche Entwicklung und bei der Bewältigung des digitalen und ökologischen Wandels benötigen. Gleichzeitig will sie damit mehr betriebliche Weiterbildung als wichtige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen anstoßen und fördern.

Auf dem Sozialgipfel im Mai 2021 hatten die EU-Staats- und Regierungschefs das Ziel gesetzt, dass bis 2030 mindestens 60 Prozent aller Erwachsenen jedes Jahr an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen sollten.

Die EU-Kommission will mit ihrem Vorschlag auch sicherstellen, dass Microcredentials unternehmens-, branchen- und grenzübergreifend funktionieren. Dazu sollten sich die Mitgliedstaaten auf die folgenden drei Punkte verständigen:

  • eine gemeinsame Definition für Microcredentials,
  • Standardelemente für die Beschreibung von Microcredentials und
  • Schlüsselprinzipien für die Entwicklung und Ausstellung von Microcredentials.

Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass Microcredentials qualitätsgesichert sind und auf transparente Weise ausgestellt werden, so dass auch Unternehmen zum Beispiel bei der Einstellung und Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf die in Microcredentials bescheinigten Inhalte vertrauen können.

Der DIHK hatte im Vorfeld Anregungen zur Ausgestaltung vorgelegt, zum Beispiel, dass sich die Einsatzmöglichkeiten von Microcredentials bei einem europäischen Ansatz grundsätzlich auf den nicht geregelten beruflichen Aus- und Weiterbildungsmarkt beschränken sollten. Denn gerade in Ländern mit einem auf Ganzheitlichkeit und berufliche Handlungskompetenz ausgerichtetem starken beruflichen Bildungssystem wie Deutschland sollte der eher kleinteilige Ansatz von Microcredentials bewährte Strukturen möglichst nicht schwächen.  Deshalb sollten Microcredentials nicht in die geregelten Systeme integriert werden.

Der Empfehlungsvorschag wird nun 2022 unter französischem EU-Ratsvorsitz mit den Mitgliedstaaten beraten. Auch für die praktische Umsetzung von Microcredentials hat die Kommission am 10. Dezember einen Empfehlungsvorschlag für die Schaffung von individuellen Lernkonten von Beschäftigten vorgelegt. 

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Barbara Fabian Referatsleiterin EU-Bildungspolitik