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Frauenquote: Vorläufige Einigung von EU-Parlament und Rat

Europäische Vorgaben sollen ab Ende Juni 2026 gelten
Gruppengespräch im Konferenzraum

Überraschende Einigung nach jahrelanger Blockade

© Marko Geber / DigitalVision / GettyImages

Das Europäische Parlament und der Rat haben sich auf eine EU-Richtlinie zur Förderung einer ausgewogeneren Vertretung von Frauen und Männern in den Leitungsorganen großer börsennotierter Unternehmen politisch geeinigt. Ursprüngliche Grundlage der Richtlinie ist ein Kommissionsvorschlag aus dem Jahr 2012.

Die künftige Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten vorzusehen, dass große börsennotierte Gesellschaften bis Ende Juni 2026 entweder mindestens 40 Prozent der Mitglieder des Aufsichtsrates bzw. der nicht geschäftsführenden Mitglieder von Leitungsorganen oder 33 Prozent der Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat bzw. der nicht geschäftsführenden als auch geschäftsführenden Mitglieder von Leitungsorganen mit dem jeweils unterrepräsentierten Geschlecht besetzen. Darüber hinaus sieht die künftige Richtlinie Vorgaben für die Auswahlverfahren vor, Auskunftspflichten der Gesellschaften auf Anfrage der Kandidaten, Berichtspflichten der Gesellschaften gegenüber den zuständigen Stellen sowie gegenüber der Öffentlichkeit und für Sanktionen vor. Die Mitgliedstaaten können unter bestimmte Voraussetzungen auf die Umsetzung beziehungsweise Anwendung einzelner Regelungen der künftigen Richtlinie verzichten.

Die politische Einigung, die das Europäische Parlament und der Rat erzielt haben, muss von den beiden Gremien förmlich verabschiedet werden. Die Richtlinie soll 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft treten. Die Mitgliedstaaten müssen die Neuerungen dann voraussichtlich innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umsetzen. Ende 2038 soll die Richtlinie außer Kraft treten.


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Porträtbild Annika Böhm, Referatsleiterin Gesellschafts- und Bilanzrecht
Annika Böhm Referatsleiterin Gesellschafts- und Bilanzrecht