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Green Deal: Parlament für CO2-armen Wasserstoff als Brückentechnologie

Wichtige Klimaschutzoption für Unternehmen
Wasserstoffmoleküle

Blauer Wasserstoff soll die Brücke zu grünem H2 schlagen

© Olemedia / E+ /Getty Images

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben sich am 19. Mai zur europäischen Wasserstoffstrategie positioniert und die Rolle von Wasserstoff aus fossilen Brennstoffen als "Brückentechnologie" anerkannt. Dieser blaue Wasserstoff solle auf "kurz- und mittelfristige Sicht" zum Einsatz kommen bis ausreichend Energie aus erneuerbaren Energien zur Verfügung stehe. Viele energieintensive Unternehmen in der EU sind auf eine kostengünstige Versorgung mit Wasserstoff angewiesen, um ihre CO2-Emissionen stark zu senken.

In dem Bericht fordern die Abgeordneten des Europäischen Parlaments die EU-Kommission auf, einen regulatorischen Rahmen zu schaffen, der den Hochlauf eines Wasserstoffmarkts in der EU befördert.

Im Grundsatz sollen laut Parlament die geltenden Regeln für den Erdgasmarkt als Ausgangspunkt für die Regulierung genutzt werden. An dem Prinzip der Entflechtung (unbundling) solle festgehalten werden. Netzbetreiber dürften so nicht zugleich Betreiber von Elektrolyseuren zur Herstellung von Wasserstoff sein.

Zudem fordern die Abgeordneten eine einheitliche Definition für klimafreundlichen Wasserstoff und die Etablierung eines Herkunftsnachweissystems, die den reibungslosen Handel mit Wasserstoff ermöglichen sollen. Auch für den Import von Wasserstoff soll die EU Nachhaltigkeitsstandards setzen und dadurch Carbon Leakage verhindern.

Darüber hinaus bedarf es nach Ansicht des Parlaments Maßnahmen, die die Nachfrage nach Wasserstoff steigern und somit Leitmärkte entstehen lassen. Erwähnt werden Quoten für eine begrenzte Anzahl spezifischer Endverbrauchssektoren oder Regeln für die öffentliche Beschaffung von Produkten, die mit klimafreundlichem Wasserstoff hergestellt wurden.

Der Bau von Herstellungsanlagen für grünen und CO2-armen Wasserstoff soll laut Bericht in der Übergangsphase durch finanzielle Instrumente wie Carbon Contracts for Difference unterstützt werden. Diese Zuschüsse zu den Betriebskosten einer Anlage zur Herstellung eines klimafreundlichen Guts würden an das Preisniveau des Europäischen Emissionshandelssystems gekoppelt.

Um den hohen Strombedarf für die Herstellung von grünem Wasserstoff decken zu können, drängen die Abgeordneten auf einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien. Hierzu sollen unter anderem Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt und die regionale Zusammenarbeit gestärkt werden.

Die Europäische Kommission plant, Ende des Jahres im Rahmen des Green Deal Gesetzgebungsvorschläge zur Dekarbonisierung des Gassektors und Schaffung eines europäischen Wasserstoffmarkts vorzulegen.

Die Meldung zur Abstimmung des Europäischen Parlaments finden Sie hier.

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Porträtfoto Julian Schorpp
Julian Schorpp Referatsleiter Europäische Energie- und Klimapolitik