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Halbleitermangel: DIHK-Stellungnahme zum Chips Act

Breite Zustimmung in der deutschen Wirtschaft

Der globale Chipmangel hat Europa gezeigt, wie wichtig eine europäische Halbleiter-Produktion ist

© Yuichiro Chino / Moment/ GettyImages

Die EU-Kommission hat mit dem Europäischen Chips Gesetz Anfang Februar ein aus Unternehmenssicht wichtiges Gesetzesvorhaben vorgelegt.

Der DIHK hat sich im Rahmen der öffentlichen Konsultation der EU-Kommission mit einer Stellungnahme dazu positioniert. Aus der deutschen Wirtschaft gibt es grundsätzlich breite Zustimmung für dieses Vorhaben. Die gegenwärtige Knappheit an Chips aber auch die darüber hinaus gehend als zu sehr auf einige wenige Herstellerländer bewertete Konzentration der Chip-Produktion wird von den deutschen Unternehmen als Grund gesehen, die Chip-Industrie in der EU zu stärken und Fabriken – auch aus Drittstaaten – anzusiedeln, um die Versorgungssicherheit und die technologische Souveränität zu gewährleisten. Die finanzielle Förderung von Start-Ups und KMU wird dabei genauso positiv bewertet wie der Aufbau von Pilotlinien, um mit kürzeren Test- und Validierungsphasen die Transformation vom Chip-Design hin zu marktreifen Produkten zu beschleunigen.

Wenngleich die Ansiedlung von Chip-Fabriken mit umfangreicher finanzieller Förderung grundsätzlich als notwendig angesehen wird, gibt es Zweifel an dem reinen Fokus auf Chips der neuesten Generation im Sinne der kleinsten Strukturgrößen, wie er von der EU-Kommission gegenwärtig verfolgt zu werden scheint. Unternehmen aus Deutschland nutzen diese neueste Generation von Chips gegenwärtig nur sehr begrenzt. Sie werden auf Jahre hinaus noch hauptsächlich Chips anderer Strukturgrößen benötigen. Diese können jedoch aufgrund anderer Merkmale wie Sicherheit oder Energieeffizienz trotzdem innovativ und in ihrem Segment Weltspitze sein.

Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen neuen Kompetenzen, in Krisenzeiten Exportverbote zu verhängen und (mindestens unter dem Chips Act geförderten) Unternehmen in Notfällen vorzuschreiben, welche Chips wann zu produzieren sind, wird aus der deutschen Wirtschaft kritisch bewertet. In solch hoch komplexen globalen Wertschöpfungsketten können staatliche Eingriffe zu unbeabsichtigten Folgen an andere Stelle in derselben oder auch Problemen in anderen wichtigen Wertschöpfungsketten führen, als auch Gegenreaktionen anderer Staaten zur Folge haben.

Zusammenfassend ist der Chips Act daher aus Sicht der deutschen gewerblichen Unternehmen in vielerlei Hinsicht positiv zu bewerten, allerding sollte an einigen Punkten noch nachgebessert werden.

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Christopher Gosau Referatsleiter Europäische Wirtschaftspolitik