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Kompetenzpakt: Weiterbildungen für sechs Millionen Menschen zugesagt

Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte soll für Betriebe verbessert werden
Eine Gruppe von Personen am Arbeiten

Deutsche Unternehmen leiden stark unter dem Fachkräftemangel

© Westend61 / Westend61 / Getty Images

Anlässlich seines zweiten Jahrestages am 10. November hat die EU-Kommission eine positive Bilanz des von ihr initiierten Paktes für Kompetenzen gezogen.

Als zentrales Element der Europäischen Kompetenzagenda habe der Kompetenzpakt als Kooperationsplattform für Unternehmen, Berufsbildungsanbieter, Verbände und auch Kammern 1 000 Mitglieder zusammengebracht, die konkrete Qualifizierungsangebote für circa sechs Millionen Beschäftigte in ganz Europa zugesagt haben. Damit sollen konkrete Beiträge für die Erreichung des von den EU-Mitgliedstaaten bis 2030 avisierten Zieles geleistet werden, mindestens 60 Prozent der Erwachsenen im Jahr an einer Qualifizierungsmaßnahme teilnehmen zu lassen.

Der Pakt umfasst im Wesentlichen insgesamt zwölf große europäische Kompetenzpartnerschaften in strategischen wirtschaftlichen Sektoren unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Digitalwirtschaft: Beabsichtigt ist unter anderem, mehr Frauen zu digitalen Jobs zu verhelfen, bis 2030 zwanzig Millionen IKT-Fachkräfte in der EU zu beschäftigen und im Einklang mit den Zielen für die digitale Dekade der EU zur Vorgabe von mindestens 80 Prozent Arbeitskräften mit digitalen Grundkompetenzen beizutragen.
  • Baugewerbe: Mindestens drei Millionen Arbeitskräfte (das entspricht einem Viertel der Beschäftigten im EU-Baugewerbe) erhalten in den kommenden fünf Jahren eine Ausbildung.
  • Tourismus: 10 Prozent der Arbeitskräfte – rund 1,3 Millionen Beschäftigte – werden bis 2030 neue Kompetenzen erwerben und 6,5 Millionen Arbeitskräfte (50 Prozent des Sektors) werden Zugang zu Berufsberatung und spezieller Unterstützung erhalten.
  • Erneuerbare Offshore-Energie: Bis zu 54 000 neue Arbeitskräfte – insbesondere junge Menschen und Frauen – sollen in den ersten fünf Jahren durch Qualifizierungsangebote angeworben werden. Personal auf der Verwaltungsebene wird vom digitalen lebenslangen Lernen profitieren.
  • Luft- und Raumfahrt und Verteidigung: 200 000 bereits Beschäftigte werden jedes Jahr weitergebildet und 300 000 Menschen werden neu ausgebildet, um im Sektor angestellt zu werden. Das entspricht öffentlichen und privaten Investitionen in Höhe von 1 Milliarde Euro in den nächsten zehn Jahren.
  • Der Europäische Verband für Schweißtechnik wird 100 000 Arbeitskräfte bis 2030 im 3D-Druck ausbilden.

Der  Beitritt zum Kompetenzpakt wird von einer Charta begleitet, in der die Partner ihre Vision für eine hochwertige Berufsbildung und lebenslanges Lernen festgeschrieben haben. Die EU-Kommission will den Europäischen Kompetenzpakt insbesondere durch die Mitwirkung von mehr Unternehmen weiter stärken und ruft Betriebe zum Beitritt auf. Unternehmen, die dem Pakt beitreten wollen, müssen die Prinzipien der Charta anerkennen und sich über ein Bewerbungsformular registrieren. Dabei wird ihnen empfohlen, möglichst konkrete Erklärungen zu geplanten Umschulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zu machen.

Der Beitritt zum Pakt gibt Zugang zu Plattformen für Vernetzung, Wissensaustausch und Ressourcen. Außerdem wird die EU-Kommission Informationen und Orientierungshilfen zu Finanzierungsangeboten und Programmen der EU im Bereich Kompetenzen anbieten und will hierfür eine zentrale Anlaufstelle auf EU-Ebene einrichten.

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Barbara Fabian Referatsleiterin EU-Bildungspolitik